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Wichtiger
Tipp:
Meist im Netz vergeblich von
Fahrern gesucht - aber es gibt doch einen
Link: eine Übersicht und Bezugsquelle für sämtliche Tarifverträge für das
Transport- und Fuhrgewerbe in Deutschland - der Link dazu (extern):
http://www.personalraete.de/files-tv-spedition.pdf. Aber: für jeden
Tarifvertrag sind an den Betreiber im Voraus z.Z. 4,- Euro zu entrichten.
Zusendung erfolgt dann per E-Mail.
Infos zu den neuen Lenk- und Ruhezeiten, dem digitalen Tachograf
und Fahrerkarte & News
Auch noch passend zum Thema
Kleiner
Leitfaden: Bewerbung, Vorstellungsgespräch & Arbeitsanfang...
Spesen für Kraftfahrer in Deutschland & Europa
AUSKÜNFTE & INFOS FÜR AUSLANDSTÄTIGE & AUSWANDERER
Lesen Sie bitte auch meine Artikel zu folgenden Schwerpunkten
aus dem Bereich "LKW-Fahrerjob":
Arbeitsvertrag
Entlohnung
Fahrverbote
Gewerkschaft
Hilfe für Fernfahrer
Parkplätze
Stellenangebote + Bewerbung
Straßenkarten
Termindruck
"Urlaubsschein"
Wartezeit
Typische Fahrerfragen zur Thematik "Kontrollen
durch Polizei und BAG" & Auslegung von Vorschriften >>> und ein
Polizist gibt kompetente Auskunft!!!
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Ein Erfahrungs- und Erlebnisbericht
des "Müllerman" über die Gewerkschaft Verdi
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Fein raus ist man wahrscheinlich nur in dem Fall als gewerkschaftliches
Mitglied, wenn man in seiner Firma ein offiziell gewählter Betriebsrat ist.
Bekanntermaßen gibt es aber einen zugelassenen Betriebsrat erst in Firmen,
die eine gewisse Anzahl von Mitarbeitern haben. Erst kürzlich habe ich recht
gut mitbekommen, wie viel und energisch es Unterstützung gibt, wenn man als
Betriebsrat Probleme hat – ein Unterschied wie Tag und Nacht dazu, wenn man,
so wie ich, nur ein „normales“ Mitglied ist!
So kommen wir also zu dem kleinen „Erlebnisbericht“: MÜLLERMAN und „seine“
Gewerkschaft:
Wie schon erwähnt, war mir die ÖTV (eine Vorläuferin der Gewerkschaft Verdi)
schon seit Anfang der 80er Jahre ein Begriff. Sowohl durch das eingangs
erwähnte Buch, wie auch durch zahlreiche Gespräche mit Kollegen habe ich
immer wieder recht gut mitbekommen, dass es besser sei, von der Gewerkschaft
die Finger zu lassen. Warum, das habe ich ja vorhin genau geschildert.
Nun ist es ja so, dass ich Mitte 2001 damit anfing, dieses eigene Buch über
die Situation der Fernfahrer zu schreiben. Klar war dabei ebenfalls, dass es
notwendig sein würde, auch das Thema Gewerkschaft hier mit aufzuführen und
darüber eine Einschätzung abzugeben.
Aber es ist nicht sonderlich gewissenhaft und glaubwürdig, über etwas zu
schreiben, was man nicht selbst mal „ausprobiert“ und getestet hat. Also
reifte der Entschluss, selbst den Schritt zu tun und der Gewerkschaft Verdi
beizutreten.
Im Vorfeld dieser reiflichen Überlegungen machte ich zufällig im Oktober
2001, anlässlich einer Aktionswoche in Rheinland-Pfalz auf einer
Autobahnraststätte, die Bekanntschaft einiger Gewerkschafter. Und die
machten doch tatsächlich einen engagierten, interessierten und überzeugten
Eindruck ihrer Sache. Ich gebe zu, dass ich eigentlich angenehm überrascht
war. Als ich von meinem Buchprojekt erzählte, stieß ich auf echtes Interesse
und wurde auch mit reichlich Informationsmaterial eingedeckt – mehr, als nur
die üblichen Hochglanzprospekte.
So reichte ich also Anfang Dezember 2001 meinen Antrag ein – und hörte
nichts mehr und hörte nichts mehr…
Die Beitrittserklärung hatte ich, wie in einem der Heftchen empfohlen, nach
Berlin geschickt. Nach Weihnachten, also fast einen Monat später, versuchte
ich dort oben mal anzurufen. Und? Alles nur tote Hose und niemand an den
Apparat zu bekommen.
Mitte Januar 2002 wendete ich mich dann mal nach München. Dort bekam ich
erstmal zu hören, warum ich meine Beitrittserklärung nicht zu ihnen oder zur
Filiale nach Augsburg geschickt hätte. Und ich hörte das erste, von etlichen
malen, den Spruch: „Uns gibt es noch nicht so lange und mit der Organisation
hapert es noch ein „wenig“.
Wohl im Februar bekam ich „schon“ eine Zuschrift von den Augsburgern.
Nebenbei bemerkt: bis heute (fast Ende November 2002) habe ich noch nicht
einmal einen Mitgliedsausweis!
Ich war doch sehr angenehm überrascht, „so schnell“ davon zu hören, dass ich
nun also ein Gewerkschaftsmitglied war…
Im Februar und März 2002 machte ich von Arbeitgeberseite mal wieder einen
ganz besonderen „Fang“ – eine wahre Naturkatastrophe von Miniatur- und
Möchtegern-Fuhrunternehmer! Einzelheiten dazu spare ich für das
Speditionskapitel Nummer 21 auf, um es hier etwas abzukürzen. Langer Rede
kurzer Sinn: in der Firma stimmte es hinten und vorn nicht: keine
Gü-terverkehrsgenehmigungen, keine Güterschadens-haftpflichtversicherung,
Probleme mit Bezahlung und Ausstellung von Papieren (alles Fakten, die sich
mit der notwendigen Gewissheit erst langsam nach meiner Beendigung des
Arbeitsverhältnisses Anfang April herausstellen sollten durch entsprechendes
Engagement meinerseits bei allen zuständigen Behörden!).
Aufhänger, sich hilfe- und ratsuchend an die Gewerkschaft zu wenden, war
Mitte April dann die Weigerung dieses halunkenmäßigen Fuhrunternehmers,
meinen Lohn für März und Anfang April, die Märzspesen und zustehende fünf
Urlaubstage zu bezahlen. Lohnsteuerkarte und weitere vorgeschriebene Papiere
und Abrechungen wurden ebenfalls vorenthalten!
Und die Gewerkschaft brüstet sich ja damit, ihren Mitgliedern in solchen
Fällen vor allem auch Rechtsschutz zu gewähren. Dachte ich damals wenigstens
noch…
Ich also einen Termin vereinbart mit dem zuständigen Gewerkschaftssekretär
und dann von dem Mann ein Schreiben aufsetzen lassen mit 2 Wochen Frist zur
Begleichung meiner berechtigten Forderungen. Dieser Termin war für Ende
April angesetzt.
In diesen zwei Wochen hielt ich per Mail den Mann auf dem Laufenden und von
meinem Ex-Arbeitgeber gab es auch in keiner Weise eine Reaktion. Anzumerken
wäre hier noch, dass ich vor Einschalten der Gewerkschaft schon selbst zwei
Briefe an den betrügerischen Fuhrunternehmer geschrieben hatte - einen davon
ebenfalls mit Fristsetzung zur Bezahlung.
Als also über zwei Wochen vorbei und die zuletzt gesetzte Frist vorbei
waren, versuchte ich einige Tage darauf, den Gewerkschaftssekretär
persönlich zu erreichen, weil er auf meine mehrfachen Mails überhaupt nicht
Reaktion zeigte. Wenigstens erreichte ich seine Sekretärin und die ließ mich
wissen, der Mann sei noch im Urlaub und erst am nächsten Montag wieder zu
sprechen.
Also rief ich an diesem nächsten Montag an – und bekam überhaupt niemand ans
Telefon! Daher schrieb ich zumindestens je eine Mail an den
Gewerkschaftssekretär, als auch eine an die Vorzimmerdame. Den Text hielt
ich soweit freundlich und auch launig. In der Art von „ein
Gewerkschaftsmitglied wird im Regen stehen gelassen…“.
Worauf am nächsten Morgen ein erbostes Mail der Sekretärin folgte und sie
mir energisch mitteilte, dass sie mir doch gesagt hätte, ihr Chef wäre erst
am Dienstag zurück! Da kann ich nur sagen, da muss die Dame gelegentlich ein
recht schlechtes Gedächtnis haben, was gemachte Aussagen angeht…
Der Herr Gewerkschaftssekretär zeigte sich recht genervt dann am Telefon und
behauptete kühn, versucht zu haben, mich am Wochenende anzurufen. Und ich
solle mich nicht so haben! Es sei ja schließlich ein großes Entgegenkommen
der Gewerkschaft mir gegenüber, wenn sie mir (und jetzt kommt’s!) nach so
kurzer Mitgliedschaft (nach seiner Aussage war ich erst seit Mitte Februar
Mitglied!) schon Rechtsschutz zu gewähren! Kaum zu glauben, wenn man sich
überlegt, dass ich Anfang Dezember des Vorjahres meine Beitrittserklärung
abgeschickt hatte…(!!!)
Na – das macht einen doch fast schon sprachlos!
Er sagte mir zu, die Papiere an den zuständigen Kollegen in der Augsburger
Filiale weiterzugeben. Das war dann Anfang Mai. Er versicherte mir auch,
dass sich dieser dann bei mir melden würde…
Aber wieder verstrichen mehrere Wochen! Also versuchte ich diesen
zuständigen Kollegen zu erreichen – und stieß nur auf dessen
Anrufbeantworter! So gegen Ende Mai sei er wieder zu sprechen, wenn er aus
dem Urlaub zurückgekehrt ist!
Meine Sprachlosigkeit wurde noch größer! Wenigstens merkte der
Gewerkschafts-Anrufbeantworter nichts davon…
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