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Typische Fahrerfragen zur Thematik "Kontrollen durch Polizei und BAG" & Auslegung von Vorschriften >>> und ein Polizist gibt kompetente Auskunft!!!



Gewerkschaft...

Ein Erfahrungs- und Erlebnisbericht des "Müllerman" über die Gewerkschaft Verdi

 

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Fein raus ist man wahrscheinlich nur in dem Fall als gewerkschaftliches Mitglied, wenn man in seiner Firma ein offiziell gewählter Betriebsrat ist. Bekanntermaßen gibt es aber einen zugelassenen Betriebsrat erst in Firmen, die eine gewisse Anzahl von Mitarbeitern haben. Erst kürzlich habe ich recht gut mitbekommen, wie viel und energisch es Unterstützung gibt, wenn man als Betriebsrat Probleme hat – ein Unterschied wie Tag und Nacht dazu, wenn man, so wie ich, nur ein „normales“ Mitglied ist!

So kommen wir also zu dem kleinen „Erlebnisbericht“: MÜLLERMAN und „seine“ Gewerkschaft: Wie schon erwähnt, war mir die ÖTV (eine Vorläuferin der Gewerkschaft Verdi) schon seit Anfang der 80er Jahre ein Begriff. Sowohl durch das eingangs erwähnte Buch, wie auch durch zahlreiche Gespräche mit Kollegen habe ich immer wieder recht gut mitbekommen, dass es besser sei, von der Gewerkschaft die Finger zu lassen. Warum, das habe ich ja vorhin genau geschildert.

Nun ist es ja so, dass ich Mitte 2001 damit anfing, dieses eigene Buch über die Situation der Fernfahrer zu schreiben. Klar war dabei ebenfalls, dass es notwendig sein würde, auch das Thema Gewerkschaft hier mit aufzuführen und darüber eine Einschätzung abzugeben.

Aber es ist nicht sonderlich gewissenhaft und glaubwürdig, über etwas zu schreiben, was man nicht selbst mal „ausprobiert“ und getestet hat. Also reifte der Entschluss, selbst den Schritt zu tun und der Gewerkschaft Verdi beizutreten.

Im Vorfeld dieser reiflichen Überlegungen machte ich zufällig im Oktober 2001, anlässlich einer Aktionswoche in Rheinland-Pfalz auf einer Autobahnraststätte, die Bekanntschaft einiger Gewerkschafter. Und die machten doch tatsächlich einen engagierten, interessierten und überzeugten Eindruck ihrer Sache. Ich gebe zu, dass ich eigentlich angenehm überrascht war. Als ich von meinem Buchprojekt erzählte, stieß ich auf echtes Interesse und wurde auch mit reichlich Informationsmaterial eingedeckt – mehr, als nur die üblichen Hochglanzprospekte.

So reichte ich also Anfang Dezember 2001 meinen Antrag ein – und hörte nichts mehr und hörte nichts mehr…

Die Beitrittserklärung hatte ich, wie in einem der Heftchen empfohlen, nach Berlin geschickt. Nach Weihnachten, also fast einen Monat später, versuchte ich dort oben mal anzurufen. Und? Alles nur tote Hose und niemand an den Apparat zu bekommen.
Mitte Januar 2002 wendete ich mich dann mal nach München. Dort bekam ich erstmal zu hören, warum ich meine Beitrittserklärung nicht zu ihnen oder zur Filiale nach Augsburg geschickt hätte. Und ich hörte das erste, von etlichen malen, den Spruch: „Uns gibt es noch nicht so lange und mit der Organisation hapert es noch ein „wenig“.
Wohl im Februar bekam ich „schon“ eine Zuschrift von den Augsburgern. Nebenbei bemerkt: bis heute (fast Ende November 2002) habe ich noch nicht einmal einen Mitgliedsausweis!

Ich war doch sehr angenehm überrascht, „so schnell“ davon zu hören, dass ich nun also ein Gewerkschaftsmitglied war…

Im Februar und März 2002 machte ich von Arbeitgeberseite mal wieder einen ganz besonderen „Fang“ – eine wahre Naturkatastrophe von Miniatur- und Möchtegern-Fuhrunternehmer! Einzelheiten dazu spare ich für das Speditionskapitel Nummer 21 auf, um es hier etwas abzukürzen. Langer Rede kurzer Sinn: in der Firma stimmte es hinten und vorn nicht: keine Gü-terverkehrsgenehmigungen, keine Güterschadens-haftpflichtversicherung, Probleme mit Bezahlung und Ausstellung von Papieren (alles Fakten, die sich mit der notwendigen Gewissheit erst langsam nach meiner Beendigung des Arbeitsverhältnisses Anfang April herausstellen sollten durch entsprechendes Engagement meinerseits bei allen zuständigen Behörden!).

Aufhänger, sich hilfe- und ratsuchend an die Gewerkschaft zu wenden, war Mitte April dann die Weigerung dieses halunkenmäßigen Fuhrunternehmers, meinen Lohn für März und Anfang April, die Märzspesen und zustehende fünf Urlaubstage zu bezahlen. Lohnsteuerkarte und weitere vorgeschriebene Papiere und Abrechungen wurden ebenfalls vorenthalten!

Und die Gewerkschaft brüstet sich ja damit, ihren Mitgliedern in solchen Fällen vor allem auch Rechtsschutz zu gewähren. Dachte ich damals wenigstens noch…

Ich also einen Termin vereinbart mit dem zuständigen Gewerkschaftssekretär und dann von dem Mann ein Schreiben aufsetzen lassen mit 2 Wochen Frist zur Begleichung meiner berechtigten Forderungen. Dieser Termin war für Ende April angesetzt.

In diesen zwei Wochen hielt ich per Mail den Mann auf dem Laufenden und von meinem Ex-Arbeitgeber gab es auch in keiner Weise eine Reaktion. Anzumerken wäre hier noch, dass ich vor Einschalten der Gewerkschaft schon selbst zwei Briefe an den betrügerischen Fuhrunternehmer geschrieben hatte - einen davon ebenfalls mit Fristsetzung zur Bezahlung.

Als also über zwei Wochen vorbei und die zuletzt gesetzte Frist vorbei waren, versuchte ich einige Tage darauf, den Gewerkschaftssekretär persönlich zu erreichen, weil er auf meine mehrfachen Mails überhaupt nicht Reaktion zeigte. Wenigstens erreichte ich seine Sekretärin und die ließ mich wissen, der Mann sei noch im Urlaub und erst am nächsten Montag wieder zu sprechen.

Also rief ich an diesem nächsten Montag an – und bekam überhaupt niemand ans Telefon! Daher schrieb ich zumindestens je eine Mail an den Gewerkschaftssekretär, als auch eine an die Vorzimmerdame. Den Text hielt ich soweit freundlich und auch launig. In der Art von „ein Gewerkschaftsmitglied wird im Regen stehen gelassen…“.
Worauf am nächsten Morgen ein erbostes Mail der Sekretärin folgte und sie mir energisch mitteilte, dass sie mir doch gesagt hätte, ihr Chef wäre erst am Dienstag zurück! Da kann ich nur sagen, da muss die Dame gelegentlich ein recht schlechtes Gedächtnis haben, was gemachte Aussagen angeht…

Der Herr Gewerkschaftssekretär zeigte sich recht genervt dann am Telefon und behauptete kühn, versucht zu haben, mich am Wochenende anzurufen. Und ich solle mich nicht so haben! Es sei ja schließlich ein großes Entgegenkommen der Gewerkschaft mir gegenüber, wenn sie mir (und jetzt kommt’s!) nach so kurzer Mitgliedschaft (nach seiner Aussage war ich erst seit Mitte Februar Mitglied!) schon Rechtsschutz zu gewähren! Kaum zu glauben, wenn man sich überlegt, dass ich Anfang Dezember des Vorjahres meine Beitrittserklärung abgeschickt hatte…(!!!)

Na – das macht einen doch fast schon sprachlos!

Er sagte mir zu, die Papiere an den zuständigen Kollegen in der Augsburger Filiale weiterzugeben. Das war dann Anfang Mai. Er versicherte mir auch, dass sich dieser dann bei mir melden würde…

Aber wieder verstrichen mehrere Wochen! Also versuchte ich diesen zuständigen Kollegen zu erreichen – und stieß nur auf dessen Anrufbeantworter! So gegen Ende Mai sei er wieder zu sprechen, wenn er aus dem Urlaub zurückgekehrt ist!

Meine Sprachlosigkeit wurde noch größer! Wenigstens merkte der Gewerkschafts-Anrufbeantworter nichts davon…
 

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