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Wichtiger Tipp:

Meist im Netz vergeblich von Fahrern gesucht - aber es gibt doch einen Link: eine Übersicht und Bezugsquelle für sämtliche Tarifverträge für das Transport- und Fuhrgewerbe in Deutschland - der Link dazu (extern): http://www.personalraete.de/files-tv-spedition.pdf. Aber: für jeden Tarifvertrag sind an den Betreiber im Voraus z.Z. 4,- Euro zu entrichten. Zusendung erfolgt dann per E-Mail.



Infos zu den neuen Lenk- und Ruhezeiten, dem digitalen Tachograf und Fahrerkarte & News

Auch noch passend zum Thema

 Kleiner Leitfaden: Bewerbung, Vorstellungsgespräch & Arbeitsanfang...

  Spesen für Kraftfahrer in Deutschland & Europa

  AUSKÜNFTE & INFOS FÜR AUSLANDSTÄTIGE & AUSWANDERER


 

Lesen Sie bitte auch meine Artikel zu folgenden Schwerpunkten aus dem Bereich "LKW-Fahrerjob":

 

 Arbeitsvertrag

 

 Entlohnung

 

 Fahrverbote

 

 Gewerkschaft

 

 Hilfe für Fernfahrer

 

 Parkplätze

 

 Stellenangebote + Bewerbung

 

 Straßenkarten

 

 Termindruck

 

 "Urlaubsschein"

 

 Wartezeit

Typische Fahrerfragen zur Thematik "Kontrollen durch Polizei und BAG" & Auslegung von Vorschriften >>> und ein Polizist gibt kompetente Auskunft!!!



Gewerkschaft...

Ein Erfahrungs- und Erlebnisbericht des "Müllerman" über die Gewerkschaft Verdi

 

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Was sich in vielen anderen Branchen vielleicht als wirklich effektive Einrichtung und Interessenvertretung darstellt, gilt leider überhaupt nicht für LKW-Fahrer. Die bekannteste Vertreterin ihrer Art für das Fuhrgewerbe (nicht nur, aber auch) ist die relativ neue Gewerkschaft Verdi. Diese löste vor noch nicht allzu langer Zeit die ÖTV ab – und die hatte schon unter den LKW-Fahrern vergangener Jahrzehnte nicht eben den Ruf von großer Effektivität…

Sehr interessant und aufschlussreich in diesem Zusammenhang sind die Ausführungen zu dieser Thematik im Buch „Das bisschen Fahren…“ von Günther Plänitz (VSA-Verlag 1983 / Hamburg). Obwohl hier in aller Deutlichkeit und Offenheit – und vor allem auch einem wissenschaftlichen Hintergrund! – die relativ erfolglose Geschichte der ÖTV bezüglich einer echten Interessenvertretung für Fernfahrer von etwa Mitte der 50er Jahre bis ungefähr 1980 geschildert wird, muss man rund 20 Jahre später recht erbittert feststellen, dass sich tatsächlich bis heute nichts für uns Fernfahrer gebessert hat!

Es ging ja schon mal so los, dass seinerzeit die Fernfahrer überhaupt nicht gefragt wurden, ob sie denn von dieser Gewerkschaft vertreten werden wollen. Vielen kam das von Anfang an wohl auch nicht ganz koscher vor, „in einem Boot“ mit dem öffentlichen Dienst zu sitzen. Hinzu kam dann auch noch, dass Anliegen und berechtigte Interessen der Fernfahrer auch nicht annähernd so propagiert wurden, wie dies oft öffentlichkeitswirksam dagegen für den öffentlichen Dienst der Fall war. Und schon damals war es so, dass zwar Tarife ausgehandelt wurden, aber doch in aller Regel nur auf dem geduldigen Papier ihre Gültigkeit hatten und sich die Fuhrunternehmer nie wirklich an solche Abmachungen gebunden fühlten.

Einer der größten gewerkschaftlichen Fehler war – und ist! – es, dass man es von Anfang an versäumt hatte, wirklich vernünftige und angemessene Stundenlöhne auszuhandeln. Leider wurden unter dem Aspekt der vielen zu erbringenden wöchentlichen Arbeitsstunden eigentlich immer nur die sich am Monatsende ergebenden Löhne gesehen – und trotz der lächerlichen Stundenlöhne kamen ja wegen Unmengen von Arbeitsstunden ja doch (optisch) passable Monatslöhne dabei heraus.

So wurde also von gewerkschaftlicher Seite nie wirklich versucht, angemessene und wesentlich höhere Stundenlöhne zu erzielen. Und selbst diese für damalige Verhältnisse schon recht niedrigen Stundenlöhne wurden in der Realität von den meisten Fuhr-unternehmern noch nicht einmal bezahlt! Heute ist das übrigens immer noch so! Hin und wieder posaunt man in der Öffentlichkeit herum, dass man einige kümmerliche Lohnprozente mehr herausgehandelt hätte für die Fernfahrer – nur: Die meisten Kollegen sehen nichts davon…

Schon bemerkenswert, dass sich von der damaligen Mentalität der meisten Fuhrunternehmer bis heute eigentlich so gar nichts geändert hat! Schon immer war diese Sorte Unternehmer darauf aus, möglichst viel Arbeitsleistung (und das in aller Regel weit über der gesetzlichen Zulässigkeit!) für möglichst wenig Lohn zu erhalten!

Nach Untersuchungen des Autors Plänitz gingen die meisten Fuhrunternehmer bereits Mitte bis Ende der 60er Jahre dazu über, statt den zuvor scheinbar noch weitestgehend üblichen (und niedrigen!) Stundenlöhnen auf die bis heute zu über 90% (!) praktizierten Pauschallöhne überzugehen! Da konnte man noch gewissenloser die Arbeitsstunden ausdehnen! Und Bezahlung für Überstunden oder Nachtzuschlag? Oder ein ordentliches 13. Monatsgehalt? Oder entsprechend Urlaub für die üblichen 60 – 80 Arbeitsstunden pro Woche? Das zählt beim Wortschatz der Fuhrunternehmerschaft praktisch zu den Fremdwörtern!
Der gewerkschaftliche Organisierungsgrad von Fernfahrern dürfte heutzutage bei immer noch unter 15% liegen! Und ich habe ganz massive Zweifel, ob sich tatsächlich und deutlich etwas zum Vorteil der Fahrer ändern würde, wenn plötzlich viele den Gewerkschaften beiträten…

Ein beliebtes und zwischenzeitlich fast schon altes Wortspiel zwischen Gewerkschaftern und den nichtorganisierten Fahrern ist es, dass von gewerkschaftlicher Seite gesagt wird: „Wenn viel mehr von Euch beitreten, dann können wir auch mehr für Euch machen und erreichen!“ Und die genauso typische Antwort aus dem nichtgewerkschaftlichen Fahrerlager: „Macht und erreicht Ihr überhaupt erstmal was für uns – dann treten wir auch der Gewerkschaft bei!“

Und so beißt sich die Katze eben in den Schwanz…

Für die Fernfahrer, die ihren Job ja als Einzelkämpfer und vor allem auch als gewohnte Individualisten durchziehen, die selbst mit den eigenen Kollegen nur wenig Kontakt haben – solche Leute tun sich logischerweise recht schwer, an das Erreichen großer Ziele in einer großen Gemeinschaft zu glauben. Und aus der Entwicklung der Situation für Fernfahrer im Fuhrgewerbe heraus (wie etwa permanente Wortbrüchigkeit auf der Arbeitgeberseite zu gemachten tariflichen Aussagen, andauernde Vergrößerung von Arbeitsdruck und Arbeitszeiten, schlechte Bezahlung und wenig Urlaub als Dauerzustand, schwache Gegenwehr durch eine in diesem Bereich fast ohnmächtige und tatenlose Gewerkschaft, etc.) hat sich konsequenterweise bei den meisten eine Einstellung herauskristallisiert, dass man besser nicht in die Gewerkschaft eintritt. Weil das – aller Wahrscheinlichkeit nach – ohnehin nichts bringt. Und überdies ja auch noch einiges Geld kostet (1% vom Bruttolohn) – klingt zwar nach wenig, aber bei dem, was den meisten reell am Monatsende übrig bleibt, ist das immer noch eine Menge Geld.

Überdies ist nicht zu übersehen, dass es schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen kann, wenn man sich als „gewerkschaftlich organisierter Fahrer“ outet:

Erzählt man es beim Einstellungsgespräch, kann man sehr sicher sein, den Job ganz gewiss nicht zu bekommen! Mir selbst wurde von einer Gewerkschaftsangestellten dringend empfohlen, sich ja nicht an falscher Stelle zu meiner Mitgliedschaft zu äußern…

Kommt die Mitgliedschaft während des Arbeitsverhältnisses auf, dann hat man möglicherweise ebenfalls nichts mehr zu lachen – und Konsequenzen zu befürchten.
Es ist da übrigens reichlich müßig, auf seine Rechte zu pochen, man habe einen „gesetzlichen Anspruch“ auf tarifliche Entlohnung – das kümmert keinen Menschen (weder das Lohnbüro und schon gar nicht den Fuhrunternehmens-Boss!). Aus eigener und vor allem mehrfacher Erfahrung weiß ich nur zu gut, wie leicht und unproblematisch – um nicht zu sagen: gewissenlos – Fuhrunternehmen gegebenenfalls (vorgeschobene und an den Haaren herbeigezogene) Gründe finden, einen schon bald vor die Tür zu setzen!

Ich rate KEINEM, dann daran zu glauben, dass es dann die Gewerkschaft schon richten wird! Mitnichten! Im Anschluss an diese Ausführungen werde ich meine eigenen Erlebnisse mit der Gewerkschaft Verdi in Sachen Hilfestellung und Rechtsschutz zum Besten geben! Da kann sich dann aber jeder selbst seine Meinung bilden, ob er noch Lust verspürt, in die Gewerkschaft einzutreten…

Übrigens: Meine Projekte (Buch und Initiative) ziehe ich komplett allein durch! OHNE irgendeine Unterstützung „meiner“ Gewerkschaft! Bei meinem Eintritt habe ich in höheren Etagen mittels Mails von meinem Vorhaben berichtet – aber glauben Sie nicht, dass das irgendjemanden interessiert hätte, geschweige denn, dass hier Unterstützung angeboten worden wäre. Aber wahrscheinlich bin ich jetzt „sehr ungerecht“ – bin ich doch immerhin in einen Mail-Verteiler mit aufgenommen worden zu Informationszwecken…

 

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