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Lesen Sie bitte auch meine Artikel zu folgenden Schwerpunkten aus dem Bereich "LKW-Fahrerjob":
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Wartezeit
Eine der bitteren, meist langweiligen und zermürbenden Realitäten im Beruf des Fernfahrers! Für diese, manchmal auch unerwartete, Situation bietet es sich an, wenn man die Gelegenheit nicht für ein erholsames Nickerchen nützen kann, etwas zum Lesen und Schmökern dabei zu haben. Eine kurzweilige Unterhaltung mit anderen Leuten ist oft natürlich auch nicht zu verachten.
Stundenlohnfahrern kann es übrigens passieren, dass ihr Chef die Wartezeit entweder gar nicht oder nur teilweise bezahlt. Dabei handelt es sich sehr wohl um Arbeitszeit, denn der Fahrer kann das Fahrzeug nicht einfach verlassen und etwa zum Essen gehen. Vielmehr muss er darauf achten, wann - wo auch immer - es wieder weitergeht oder er eben drankommt. Er hat also nicht wirklich diese Zeit "zur freien Verfügung". Wie dem auch sei, fast jeder Fahrer wird von seinem Tachographen her dann - für alle Fälle - versuchen, eine Ruhe- oder Pausenzeit schreiben lassen. Das macht sich nämlich bei Kontrollen gut und lässt Tachoscheiben harmloser aussehen.
Manche Speditionen versuchen dann natürlich wieder mal von den gelegentlich sehr langen Wartezeiten zu profitieren - auf Kosten echter Ruhe- und Schlafzeit des Fahrers! Geht die Wartezeit (und ggf. die darauf folgende Be- oder Entladezeit bei einem Kunden) in den Bereich von acht Stunden, wird der Fahrer vom Disponenten unter Umständen aufgefordert, nicht nur gleich wieder loszufahren, sondern auch gleich eine neue Schichtzeit anzufangen mit allen Möglichkeiten von vermeintlich neu offener Lenkzeit in Höhe von neun bis zehn Stunden (dadurch lässt sich verlorene Zeit beim Kunden locker wieder wettmachen!).
Was nur zu gerne dann unter den Tisch fällt ist, dass der Fahrer ja gar keine Zeit hatte, um sich tatsächlich auszuruhen und etwa zu schlafen!
Der Disponent stellt sich auf den Standpunkt, dass nach optischer Darstellung der Tachoscheibe alles seine legitime Ordnung hat (wenn zu Beginn des Aufenthalts in der Firma der Tachograph auf Ruhezeit eingestellt und nach Möglichkeit das Fahrzeug auf dem Firmengelände nicht zu viel bewegt wurde!). Und wer als Fahrer blöde genug ist, sich nicht dagegen aufzulehnen und querzulegen, kann dann schauen, dass er auf dem Weiterweg nicht einschläft.
Sie kennen doch sicher aus dem Radio die Meldung "LKW-Unfallursache unbekannt". Meiner Meinung nach nicht selten ist ein Einschlafen von Fahrern auf Grund dieser Methoden eine der häufigsten Unfallursachen.
Die Spedition wird sich dann herausreden, dass sie davon ausgegangen wäre, der Fahrer habe seine Pause gemacht. Und dann wehe dem Fahrer wenn er es überlebt!)! Er wird sich von der Justiz "grobe Fahrlässigkeit" vorwerfen lassen müssen - und das mit allen finanziellen Folgen! Sogar die Spedition könnte für den beschädigten oder geschrotteten Lastwagen und die Ladung noch im erheblichen Umfang Schadensersatzforderungen geltend machen. Eine gerne verschwiegene und nicht zur Kenntnis genommene Tatsache!
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