Fahrer berichten aus ihrem Alltag
Der Verfasser dieses Artikels ist dem Müllerman bekannt - die Geschichte wird auf Wunsch anonym veröffentlicht!
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VERÖFFENTLICHT AM 2.2.2003 |
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Eine kleine Geschichte aus Österreich
- wo die Polizei, bzw. BH = Bezirkshauptmannschaft, Bußgelder nach Gutdünken verlangen kann.
Ich kam den Brenner runter Richtung Deutschland. Nachts gegen 23.00 kein Kollege weit und breit, ich allein auf der Strasse. Oh super, dachte ich, da kannst ja etwas schneller fahren, obwohl - man sollte die 40 km/h einhalten, aber ich hatte leichte Ladung, Komplettgewicht knapp 21 to, und so kam es, dass ich etwas schneller fuhr als erlaubt.
Kam dann durch ein Wolkenfeld und just in dem Moment sehe ich 2 kleine rote Lichter vor mir (mehrere Kollegen kennen das von den LKWs aus den Nachbarländern CZ,PL,HZ u.s.w., die sind meistens schlecht beleuchtet) - ich auf jeden Fall sehe diese, bremsen geht nicht mehr - was nun? - links vorbei natürlich mit zu hoher Geschwindigkeit, nach dem Überholvorgang wieder rechts eingeordnet. Kurz vor dem Parkplatz Wipptaler Hof, wer steht da, die liebe Polizei, die mir auch gleich mit Blaulicht folgten und mich zum Wipptaler Hof Parkplatz geleiteten.
Frage der Polizei, ob ich wüsste was ich getan hätte - sicher weiß ich das, aber meine Antwort: nein, weiß ich nicht, und somit wurde ich aufgeklärt über meine Fehler.
Nun, das Ende war: ich sollte 1000.- Schillinge Busse bezahlen, hatte aber diesen Betrag nicht mehr in der Tasche, worauf der Beamte sagte, welcher Fahrer hat keine 1000 Schillinge in der Tasche; das gibt es nicht! Oh doch, meinte ich - ich zum Beispiel.
Dies ging noch etwas hin und her, bis die Beamten zu guter letzt doch glauben mussten, dass ich nur noch 150 Schilling hatte und deswegen - weil ich ein armer Fernfahrer bin - wird eine Anzeige gemacht bei der BH Kufstein. Okay, sie kontrollierten noch meine Tachoscheibe, die ich auch wieder zurück bekam und ich konnte meine Fahrt weiter fortsetzen nach der Feststellung der Personalien.
Einige Wochen später kam von der BH ein Schreiben: ich möchte doch auf Grund meines Vergehens im Straßenverkehr 2700.-Schilling bezahlen! Ich dachte, ich lese nicht richtig! Die Polizei wollte 1000 und nun die BH fast das 3fache! Nun, es kam was kommen musste: ein Beschwerdebrief an die BH meinerseits, wo nach 14 Tagen wieder ein Antwortschreiben zu mir kam, es sei alles rechtens, denn die BH hatte alles nochmal prüfen lassen in Schönberg (Polizei-Dienststelle am Brenner). Ich hatte ´ne Wut im Bauch und so telefonierte ich mit dem Beamten bei der BH - kam aber nichts rüber, außer ich müsse bezahlen und zwar die zweitgenannte Summe von 2700.-Schilling!
Meine Antwort dürft ihr euch denken - die will ich nicht schreiben… ;-)
Hatte mich entschlossen, nicht zu bezahlen - aber Jungs, es hilft nichts! 10 Tage später hatte mein damaliger Chef die Lohnpfändung am Schreibtisch, denn mein Wohnsitz war Österreich, was nun heißt, man kommt der Willkür dieser Beamten nicht aus, nein man darf sogar fast den 3fachen Preis bezahlen.
Kollegen wissen, wie es abgeht auf Österreichs Strassen: die Polizei braucht nicht mal ein Radargerät um eine Geschwindigkeits-Übertretung festzustellen! Die Herren Beamten sind so schlau, die sehen das mit bloßem Auge!
Jungs, dann sind wir alle blind!
Es gäbe noch so viele kleine nette Geschichten - aber dann müsste ich meinen Job an den Nagel hängen und nur noch schreiben und das ist wahrlich nicht mein Ding.
So nun seid ihr dran! Solltet ihr die Zeit finden, auch einen Bericht zu schreiben und ihn dann an unseren lieben Freund MÜLLERMAN zu senden, dann wird der ihn sicher gerne veröffentlichen.
Somit wünsche ich euch einen schrott- und knitterfreien Flug auf all eueren Wegen!!!
[ÜBERSICHT: FAHRER BERICHTEN AUS IHREM ALLTAG:
1. Leichtfertiger Umgang von Fuhrunternehmern mit Gefahrgut 2. Eine kleine Geschichte aus Österreich 3. Miese und typische Kündigungstricks, um einen Fahrer loszuwerden 4. Bei den Busfahrern sieht´s leider auch nicht besser aus... 7. (Wurde auf eigenen Wunsch gelöscht!) 8. "Süchtig nach LKWs!!!" (Geschichte der Fernfahrerin Pia)
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