Fahrer berichten aus ihrem Alltag
Der Verfasser dieses Artikels ist dem Müllerman bekannt - die Geschichte wird auf Wunsch anonym veröffentlicht!
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VERÖFFENTLICHT AM 2.2.2003 |
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Typisch und häufig:
Anmerkung des MÜLLERMAN zum Begriff „GGVS“: Damit meint der Verfasser dieses Beitrags den so genannten Gefahrgutschein. Der ist seit Jahren vorgeschrieben für den Transport von Waren, die der Gefahrgutverordnung unterliegen. Eine andere Bezeichnung wäre etwa noch „ADR-Bescheinigung“. Mit "BAG" ist in dem Artikel das "Bundesamt für Güterverkehr" gemeint.
Ich stellte mich bei einem Subunternehmer vor in NRW, wo ich auch eingestellt wurde. Hatte aber keinen GGVS - was aber kein Problem war, den sollte ich auf Kosten meines Chefs machen. Kam aber nicht dazu - denn vor lauter Antreiberei hatte ich keine Zeit! Beim Einstellungsgespräch wurde mir zugesagt, ich müsste 2 Tage fahren, hätte einen Tag frei und dann wieder 2 Tage fahren; denn es waren Touren von Menden nach Sindelfingen zu Daimler Benz. Um 23.00 Uhr am Hof starten zu Daimler. Dann abladen - aber dies dauerte ja den ganzen Tag: ich wurde von einer Abladestelle zur anderen geschickt, da ich eine Palette für diese und 2 Paletten für eine andere Abteilung hatte. Und so ging es den ganzen Tag: bis zu 8 Abladestellen - aber egal, und um 23.00 wieder in Menden umsatteln. An Schlaf überhaupt nicht zu Denken!!! Aber nun kommt’s: eines Tages, ich hatte umgesattelt, ging ins Büro und mir wurde gesagt, diese Tour wäre sehr, sehr eilig - ich möchte doch gleich losfahren, der Auflieger ist bereits fix und fertig für die Abfahrt also komplett verschlossen und die Ladepapiere in einem zugeklebten Umschlag. Der Disponent forderte mich noch auf, doch Gas zu geben - die Ladung sei sehr dringend! Okay - ich tat das und war auch pünktlich an der Abladestelle. Ich machte die Plane zur Seite und was sehe ich: der ganze Auflieger voller Batteriesäure!!! Ich dachte mich trifft der Schlag: reines Gefahrgut!!! Hätte mich die Polizei angehalten zu einer Kontrolle - ich wäre meinen Schein los gewesen für immer, denk ich. Meine Reaktion: sofort in der Firma angerufen, was das soll, mich mit der Ladung loszuschicken, obwohl bekannt war, dass ich keinen GGVS hatte!!! Die Antwort war dann, ich soll mich nicht so anstellen - es ist ja nichts passiert. Worauf ich Wut bekam ohne Ende und ich sagte, wir sprechen uns noch; darüber ist das letzte Wort noch nicht gesagt.
VERTRAUEN IST GUT - KONTROLLE IST BESSER!!!
Nun gut - ich blieb zu Hause, aber mein nächster Schritt war eine Selbstanzeige bei der BAG in Hagen, und die Konsultierung meines Rechtanwalts (Einklage meines Arbeitslohnes). Bekam auch in allen Punkten Recht und der Unternehmer, so denke ich, eine saftige Strafe! Ich hatte zwar Hausverbot in der Spedition, die sehr groß und bekannt ist, aber dies war mir so egal, als wenn in Hamburg ein Fahrrad umfallen würde… [ÜBERSICHT: FAHRER BERICHTEN AUS IHREM ALLTAG:
1. Leichtfertiger Umgang von Fuhrunternehmern mit Gefahrgut 2. Eine kleine Geschichte aus Österreich 3. Miese und typische Kündigungstricks, um einen Fahrer loszuwerden 4. Bei den Busfahrern sieht´s leider auch nicht besser aus... 7. (Wurde auf eigenen Wunsch gelöscht!) 8. "Süchtig nach LKWs!!!" (Geschichte der Fernfahrerin Pia)
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