|
Hallo ihr lieben.
Mein Mann und ich haben jetzt 7 Wochen Horror hinter uns.
Wie ihr wisst, hat sich Swen nen doppelten Bänderriß zugezogen. Ok so weit
so gut. Nach drei Wochen Krankheit dachte ich, er würde nun bald wieder
arbeiten gehen. Da kam er auf die glorreiche Idee unter unserem Balkon einen
Abstellplatz für unsere Motorräder zu bauen.
OK wir haben also den Baumarkt unsicher gemacht, 250 Euro ausgegeben für
Steinplatten, Splitt, Fugensand und Zubehör. Kleinlaster gemietet und unsere
Schätze nach Hause gebracht. Nu in die Hände gespuckt und ran ans
ausschachten. Nach 5 Stunden und vier blutigen mit Blasen übersähten Händen
aufgehört.
Da sagte er Abends er hätte Bauchweh. Ich lachte und sagte: Du bist nix mehr
gewöhnt Dicker und hast Muskelkater.
Am nächsten Morgen weitergemacht und siehe da nach weiteren 4 Stunden hatten
wir endlich unsere knapp 10 m² ausgeschachte, trotz extremen Kampf mit den
weit verzweigten Baumwurzeln.
Swen gings nicht so gut, so habe ich die 500 Kg Splitt alleine verteilt.
Dann im Affentempo hoch, da der wichtige Besuch bei meinem Patenkind
anstand. Swen war ganz blass aber nicht davon abzuhalten mitzukommen. OK hab
ich gedacht, so schlimm kann der Muskelkater ja nicht. sein.
Bei meinem Patenkind angekommen gings ihm immer schlechter. Hab dann nach 2
Std. den Besuch abgebrochen da er fieberte.
Ich hoffnungsvoller Fratz dachte an nen Leistenbruch.
Meine Freundin angerufen, unser Kind bei ihr geschwind in den Briefkasten
geschmissen und im Eiltempo ins Krankenhaus. Dort gemütlich (ha ha) unsere 3
Stunden in der Notaufnahme verbracht bis mir mein Mann fast vor Schmerzen
vom Stuhl fiel.
Nach mehrmaliger, lauter Aufregung meiner einer brachte es doch tatsächlich
ein Arzt fertig sich meinen Mann mal anzuschauen. Dann ab zum Röntgen. Nach
weiteren 2 Stunden die Diagnose: ??????? und der Satz: Na dann gehen sie mal
ins Bürgerhospital.
Wir wissen nicht so genau was los ist. Ich kann euch sagen seit dem ist
Rambo mein Dutzfreund.
Also ab nach Hause, Tasche gepackt und Männe ins Krankenhaus gebracht. Nach
weiteren fruchtosen Untersuchungen lag er dann endlich um 2.00h Nachts in
einem Zimmer vor Schmerzen fast wahnsinnig. Ne Stunde später fand ich dann
ne Ärztin die Erbarmen hatte und ihm endlich was gegen die Schmerzen gab.
Am Morgen rief er mich dann an, dass er in das Cannstatter Krankenhaus auf
die Chirugie verlegt wird. Ich wieder im Affenzahn zu ihm. Die NETTEN
Menschen hätten mich nicht benachrichtigt. Warum auch? Wieso sollte ich den
wissen müssen, das mein Mann verlegt wird. Ach wo...
Kam gerade noch
an, wie sie ihn in den Krankenwagen gepackt haben und bin hinterher. Dort
wieder 5 Stunden Untersuchungen und siehe da ne Diagnose: Schwere
Dickdarmentzündung.
Da denkt sich doch kein Mensch was dabei. Oder? Na Pustekuchen Mädels. Nen
Tag später teilte mir die Stationsärztin mit, dass ein sogenanntes
Divertikel am Dickdarm durchgebrochen ist und der Innhalt in seiner
Bauchhöle geflossen sei. Er hätter so hohe Entzündungswerte die jedes
Lehrbuch sprengen. Seine Überlebungschancen stünden sehr schlecht.
Ja, und so blieb es 5 Tage lang. Ich kann euch sagen das waren sehr, sehr,
sehr lange Tage.
Am sechsten Tag endlich Entwarnung. Einen Tag Ruhe und dann die nächste
Hiobsbotschaft: Swen muss/soll operiert werden. Ein 40 cm langer
Bauchschnitt, dann 50 cm vom Dickdarm entfernen und dann für 6 Wochen einen
künstlichen Damausgang der dann wieder, so Gott will, zurückgelegt werden
kann. Aber erst muss die Entzündung völlig weg sein. Durch sein Übergewicht
bestünde allerdings die Gefahr, dass die Narbendecke nach innen aufplatzt.
Dann haben diese Gesäßöffnungen tatsächlich 5 Tage lang 3 mal täglich anders
entschieden OP ja; OP nein usw. Ich kam mir vor wie ein Aufzugfahrer. Hoch,
runter, hoch, runter...
Am Swen natürlich alles vorbei, der war nu wirklich krank genug, als das ich
ihn das hätte alles wissen lassen.
Zu meiner übergroßen Freude, ich hatte ja schließlich noch genügend
Belastungskapazität, rief mich sein Chef an, um mir mitzuteilen, dass das ja
so nicht geht. So lange Krank sei ihm noch keiner gewesen. Dies sei ja
völlig unwirtschaftlich und er sehe sich gezwungen, dass.......
Also auf diesen
netten Menschen eingeredet wie auf nen lahmen Hund und ihm am Telefon was
vorgeheult. Mit Erfolg, Job gerettet.
Wir haben uns dann gegen die OP entschieden. Die Risiken sind einfach zu
groß. Nebenerscheinngen sind möglich wie in nem Horrorbuch. Obwohl die
Möglichkeiten, dass dies wieder passiert zu 80% bestehen.
Er mampft jetzt tapfer seine ballaststoffreiche Kost. Ist sein Leinsamen und
verzichtet fast komplett auf Fleisch. Seit Montag arbeitet er wieder und die
Möglichkeiten für einen Fernfahrer sich gesund zu ernähren sind unglaublich
schwierig. Wir haben ihm jetzt einen zwei Plattengaskocher gekauft und nun
muss er eben selber köcheln. Seine Meinung dazu behalte ich nu lieber für
mich. Nicht so ganz jugendfrei...

|