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1837: Oscar Englebert wird geboren.
1868: Oscar Englebert eröffnet in Lüttich ein Geschäft für Kautschukartikel.
1872: werden größere Geschäftsräume bezogen, zwei Jahre später nochmals.
1874: Englebert beginnt in Lüttich mit der eigenen Herstellung von
Regenmänteln und Schürzen, Schnullern, Gummitüchern und -handschuhen; ohne
Urlaub wurde auch sonntags gearbeitet.
1877: Man eröffnet in der Rue des Vennes ein Fabrikationsgebäude, das
Englebert gekauft hatte - die Glühbirne sollte erst zwei Jahre später
erfunden werden.
1892: Das Unternehmen wird von Oscar Englebert II in eine
Kommanditgesellschaft auf Aktien umgewandelt, das Kapital der „Societé O.
Englebert Fils et Co.“ beträgt 650 000 Francs. Mehr als 250 Beschäftige
arbeiten in dem für damalige Zeiten hochmodernen Werk.
1894: Englebert beginnt mit ersten Reifenexperimenten: Entwicklungen für
Fahrräder und Pferdefuhrwerke.
1898: Englebert stellte neben Fahrradreifen und -schläuchen die ersten
Kraft-fahrzeugreifen her. Man war damit die einzige Reifenfirma der
Benelux-Länder und eine der ersten in Europa.
1899: Es gibt erste Komplimente für das gute Abschneiden von
Englebert-Reifen bei Autorennen.
1904: Entwicklung von bespiketen Reifen
1905: Ehrenurkunde auf der Weltausstellung
1906: Sieg beim Ardennen-Rennen, Minerva auf Englebert-Reifen vom Typ
Studded Chevron
1912: Oscar Englebert I stirbt im September nach langer schwerer Krankheit.
Das Werk aber blüht: Über 400 Mitarbeiter werden beschäftigt. Georges
Englebert, der Sohn von Oscar II, wird Betriebsdirektor. Neben Regenmänteln,
Gummischürzen und Schläuchen werden Autoreifen (bei Englebert mit
Zickzack-Profil gegen Rutschen) immer wichtiger.
1914: Das Werksgelände wird im Vergleich zu 1912 auf die nahezu vierfache
Fläche vergrößert und hat jetzt 7,5 Morgen. Mit Beginn des Ersten
Weltkriegs stoppt die Produktion. Am 7. August stehen die Werke still. Die
Räume werden als Kaserne genutzt. Engleberts Titel als Konsul von Spanien
und die Intervention des Marquis de Villalobar verhindern die komplette
Demontage.
1919: Englebert gründete in Köln eine Tochterfirma: Als O. Englebert Fils &
Co en commandite par actions GmbH im Kölner Handelsregister eingetragen, war
ein reines Vertriebsunternehmen.
1920: Cordkarkasse ersetzt das Baumwollgewebe im Reifen
1925: In Lüttich wird eine neue Fabrik auf 5 Hektar eröffnet, 3500
Mitarbeiter produzieren auch Wulstreifen.
1926: Im Versand wird jeder einzelne Reifen liebevoll und sorgfältig
bandagiert, bevor er das Haus verließ. Die Exportaktivitäten werden
verstärkt. Englebert gehört zu den fünf größten europäischen Firmen im
Kautschukgewerbe.
1927: Georges Englebert wird stellvertretender Geschäftsführer.
1929: Das Werk Aachen wird gegründet.
1930: In Aachen beginnt die Produktion, in kleinem Rahmen werden
Fahrradreifen herge-stellt. Für 81 Beschäftigte reichten damals 5
Parkplätze. Erst im Folgejahr kamen Pkw- und Motorradreifen dazu,
Tagesproduktion: 35 Stück! Ab 1932 wurden auch Lkw-Reifen produziert.
1932: Der Super Ballonreifen geht in Produktion
1933: Erstmals wurde der Reifenunterbau aus Rayon, einem aus Viskose
hergestellten Cordgewebe, hergestellt. Oscar Englebert II stirbt.
1934: Die Reifenmodelle A.D. und Ambassador (mit Lamellen) werden gebaut.
1936: Die ehemalige Seidenfabrik in Clairoix-lez-Compiègne/ Frankreich wird
gekauft und zur Reifenfabrik umgebaut.
1937: In Aachen kommt der einmillionste Reifen aus der Presse.
1939 bis 1945: Englebert musste sich in Deutschland den Befehlen der
Nazidiktatur beugen und produzieren, was man von Berlin aus befahl.
1945/46: Im Spätsommer begannen die Aufräumarbeiten in Aachen, Anfang 1946
begann die Produktion in bescheidenem Umfang mit Fahrradreifen.
1947: Die vier Englebert-Werke gaben rund 6500 Menschen Arbeit. Täglich
entstanden über 10 000 Reifen. Albert Englebert führt eine europäisch
orientierte Organisation der Firma ein. In Aachen arbeiten 639 gewerbliche
Mitarbeiter an 271 Tagen im Jahr.
1948: Der Volumax, ein Super Niederdruckreifen, wird eingeführt.
1950: Der Stable Max wird eingeführt, erster Uniroyal-Textilgürtelreifen in
Radialbauweise.
1953: Der erste M+S-Reifen der Größe 5.60/15 wird gebaut.
1954: In Aachen wird der dreimillionste Reifen gebacken.
1955: Der Pkw-Reifen J 55 kommt auf den Markt. Aachen feiert 25-Jähriges
Bestehen.
1956: Am 5. April rollt der viermillionste Reifen aus den Aachener Hallen.
1958: Für weiteres Wachstum war ein Partner nötig: Das Haus Englebert hatte
sich mit einem starken amerikanischen Partner verbündet und war seither
Mitglied des weltweiten Uniroyal-Konzerns (1892 als U.S. Rubber Company
gegründet), der zu den drei größten Reifenherstellern der Welt zählte.
Täglich wurden 170 000 Reifen hergestellt von 70 000 Beschäftigten in 89
Werken. Man stellt die Testsieger in der Fachpresse, die auch auf dem
weltgrößten Versuchsgelände in Laredo/Texas entwickelt wurden. Die
O.Englebert Fils & Co. GmbH wandelte sich zur Uniroyal Englebert Deutschland
AG. Dort stellt man einen Englischlehrer für die Belegschaft ein.
1959: Der erste Uniroyal Stahlgürtelreifen in Radialbauweise wird
vorgestellt. Sein Name: Max. Er ist der erste Transporterreifen dieser
Bauart überhaupt.
1960: In vier Werken stellen über 8000 Beschäftigte rund 30 000 Reifen
täglich her.
1961: Englebert begann mit dem Bau von Textilgürtelreifen. Nyloncord wurde
in Streifen geschnitten, auf Länge gebracht und gefaltet (daher der Name:
Faltgürtel). Die Entwicklung von Superniederquerschnittsreifen beginnt
(Serie 82).
1963: Englebert firmiert nun als Uniroyal-Englebert, bis 1979 folgten fünf
Namens-Variationen.
1964: Baubeginn eines neuen Werkes in Herstal/ Belgien
1966: Produktionsbeginn in Herstal, Schließung in Lüttich. Das Werk Aachen
wird durch einen Großbrand am 22. März schwer beschädigt. Nur zwei Tage
vorher war die neue Ruß-Großsiloanlage in Betrieb genommen worden.
1967: Das Unternehmen Englebert heißt nun Uniroyal.
1968: Helmut Werner wird Managing Director von Uniroyal-Englebert.
1969: Auto, Motor und Sport kürt in der Ausgabe 18 den neuen Rallye 180, den
ersten als Regenreifen bezeichneten Uniroyal-Pneu, zum absoluten Testsieger:
„Den besten Eindruck gewann das Testteam vom Uniroyal Rallye 180, der in
allen Kriterien gleichmäßig gut abschnitt.“
Dr. Karl Grosch übernimmt die Leitung der Versuchsabteilung, wechselte 1975
als Chef in die Entwicklung der Nutzfahrzeugreifen (bis 1988).
1970: Uniroyal startet den Kunststoffbehälterbau (z.B. Kraftstofftanks für
Flugzeuge). Der Rallye 180 SR ist der erste Uniroyal-Reifen mit dem
Regenschirmsymbol. Parallel kommt der Rallye 240 HR auf den Markt. Der
Uniroyal Rallye 180/70 ist der erste Serie 70-Stahlgürtelreifen überhaupt.
1971: In Aachen wurden die ersten Stahlgürtel geschnitten. Radialreifen
verdrängen fortan die Diagonalkonstruktionen im Pkw- und Lkw-Bereich.
1972: Entwicklung des rallye 340.
1973: Einführung des spikelosen M+S-Reifens CM+S Plus.
1977: Albert Englebert wird Präsident von Uniroyal Europa.
1978: Der Uniroyal Rallye 280 kommt auf den Markt. Schon 1982 sind über 20
Millionen Stück gebaut. Der Rallye 280 erhielt mehr Freigaben von der
europäischen Automobilindustrie als je ein Uniroyal-Reifen zuvor. Uniroyal
erwirbt den ehemaligen NATO-Flughafen in Rocroi in den französischen
Ardennen. Technischer Clou wird die doppelte Schienenbahn für Nässetests.
1979: Continental übernimmt für geschätzte 120 Millionen Mark den
europäischen Teil des Uniroyal-Konzerns (außer: das türkische Werk). Der
Name Uniroyal wird durch einen langfristigen Warenzeichen-Lizenzvertrag
abgesichert. Der 1968 abgelöste Traditionsname Englebert wird in Amerika für
die europäischen Produkte wiederbelebt. Albert Englebert, Vizepräsident und
Enkel des Firmengründers und Helmut Werner, Uniroyal Managing Director,
präsentierten den ersten neuen Englebert-Pneu. Deutschlands meistverkaufter
Winterreifen in dieser Saison: der Uniroyal Rallye MS Plus.
1980: Der Uniroyal monoply R 40 ist auf dem europäischen Markt der
LKW-Breitreifen mit dem geringsten Rollwiderstand. Die Minimierung des
Gummivolumens und die hochfesten Festigkeitsträger seiner Einlagen-Karkasse
ermöglichen Minderverbräuche von 2,3 bis 4,9 L/100 km.
Der rallye 340/60 kommt auf den Markt - er wird in den Folgejahren
Schlagzeilen mit diversen Testsiegen machen. In Aachen wird die erste
Ausgabe der Werkszeitung „Bei Uns - in Rothe Erde“ herausgegeben.
1981: Einführung des M+S Superplus
April 1981: 2,74 Millionen Winterreifen aus deutscher Herstellung setzen
einen seit 1974 anhaltenden Aufwärtstrend fort. Der MS Plus bleibt der
meistverkaufte Winterreifen in Deutsch-land und Europa.
Nach Millionen von Testkilometern wird der Rallye 280/70 lanciert. Mit
seiner zukunftsweisenden Cap- und Base-Technologie konnte der Rollwiderstand
um 15 Prozent gegenüber seinem Vorgänger, dem Rallye 180/70, verbessert
werden. Der 280/70 ist einer der leichtesten Reifen seiner Größe,
Feinlamellen verbessern die Nassrutschfestigkeit. Die Nylonbandage, eine
H-Reifenspezialität, wird für die langsameren S-Reifen aus
Sicherheitsgründen übernommen.
Der rallye 340/70 gewinnt den auto motor und sport-Vergleichstest als
alleiniger Sieger.
1982: Einführung des Uniroyal Rallye MS Super Plus 60. Serie 60-Reifen
gelten als extreme Niederquerschnittsreifen. Technisch entspricht der
Winterreifen Super Plus 60 dem Rallye 340/60.
1983: Bernd Frangenberg wird zum 1. August Mitglied der Geschäftsführung.
Die internationalen Aktivitäten von Uniroyal werden von Aachen aus
koordiniert.
1985: Uniroyal bringt drei neue Lkw-Reifen auf den Markt: die Modelle R 200
(für den Einsatz an der Vorderachse) und den R 300 (Anhänger) - Dr. Karl
Grosch: „Jede Menge Evoluti-on.“ Dazu kommt der Niederquerschnittsreifen
monoply T MS, ein Ganzstahlgürtelreifen für besonders gute Traktion. Als
Impuls für die Zukunft wird ein neues Reifensystem gesehen, das bei
Continental entwickelt wurde (und dort CTS hieß). Auf der IAA ist der
Uniroyal Impuls auf dem Ford Eltec zu sehen: Es garantiert erstmals einen
Reifen mit echten Pannenlaufeigenschaften. Zwei neue Produktlinien sind in
Serie: der rallye 340/55 und der rallye 340/50. Beide gelten als superflach
und nur für die sportlichen Spitzenmodelle geeignet.
1987: Einführung des rallye 380. Außerdem erhält der Uniroyal rallye 340/60
die Freigabe für den BMW 750i. Opel kürte die Uniroyal-Engelbert Reifen GmbH
Aachen zum „Lieferant des Jahres ´86“. Außerdem bekommt Uniroyal den
QC-Preis der Deutschen Quality Circle Gesellschaft e.V.
1988: Dr. Stephan Kessel übernimmt die Leitung der
Uniroyal-Nutzfahrzeugreifen-Entwicklung. Als Nachfolger von Dr. Manfred
Gerresheim übernahm Dr. Ekkehard Röhl den Bereich „Entwicklung Pkw-Reifen“.
In Herstal/ Belgien wird der erste Spatenstich für ein neues, 750 m² großes
Trainings- und Ausbildungszentrum gemacht.
1990: Der rallye 440 löst den 340 ab. BMW gibt den rallye 440 für das Modell
850i frei. Neben dem Topmodell der Bayern werden auch alle anderen
Fahrzeugserien von BMW mit Uniroyal-Reifen bestückt.
1991: In Aachen wird ein neues Lager mit einer Nutzfläche von 9700 m² in
Betrieb genommen.
1992: Das Werk Aachen hat die ISO 9001-Rezertifizierung bestanden. Der
Uniroyal Rallye RTT-1 kommt auf den Markt als ein Trendsetter in Sachen
Profilgestaltung: Der Super-Breitreifen hat ein laufrichtungsgebundenes
Pfeilprofil.
1993: Bernd Frangenberg, Sprecher der Geschäftsführung bei Uniroyal,
wechselt zur Conti-Tochter General Tire/ USA.
1994: Der Uniroyal MS plus 44 wird vorgestellt. Im Vergleichstest bei „mot“
wird er auf Anhieb Testsieger.
1995: Im April stellt Uniroyal den T-Sommerreifen rallye 580 vor, der als
einziger im ADAC-Reifentest (Motorwelt 3/96) das Gesamturteil „besonders
empfehlenswert“ erhält. Der MS +44 wird Testsieger bei „Auto Bild“.
1996: Das Werk in Aachen wird nach der EG-Öko-Audit-Verordnung zertifiziert.
Im gleichen Jahr wird der Uniroyal rallye RTT-2 auf dem Grand Prix-Kurs in
Jerez der internationalen Presse vorgestellt.
1997: Baron Albert Englebert stirbt am 12. Februar im Alter von 80 Jahren.
1998: Der Rallye 540 wird vorgestellt. Das gesamte Sommerreifenprogramm ist
damit laufrichtungsgebunden.
2000: Als Nachfolger der erfolgreichen Winterreifen MS +4 und +44 kommen die
Modelle +5 und +55 in den Markt. Auch sie überzeugen die Fachpresse bei
unabhängigen Tests.
2001: Im Frühjahr präsentiert Uniroyal den rallye 680 als Nachfolger des 580
und den RainSport1 als Nachfolger des RTT-2.
2002: Erstmals bietet Uniroyal Reifen mit 19 Zoll Durchmesser an. Der MS +
55 steht auch als V-Winterreifen für Geschwindigkeiten bis 240 km/h zur
Verfügung.
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