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Sehr verehrte Leser und Kollegen!
Diesmal habe ich mich – nicht ohne Grund! – für das Thema „Herbst“
entschieden!
Bekanntermaßen ist es ja eine Jahreszeit, wo die Tage (leider) immer kürzer
werden und auch schon früher die Dämmerung hereinbricht. Durch die
Witterungsbedingungen und Sichtverhältnisse, die ja auch teils typisch für
diese Zeit des Jahres sind, empfiehlt es sich eigentlich, grundsätzlich mit
Abblendlicht unterwegs zu sein. Man wird einfach besser gesehen – und das
kann es schon ausmachen, dass eben kein Unfall passiert!
Zurzeit gilt übrigens in folgenden Ländern die Vorschrift, dass auch
tagsüber mit Beleuchtung zu fahren ist: Dänemark, Estland, Finnland, Island,
Italien, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Schweden, Slowenien, Schweiz,
Tschechien und Ungarn. Wobei in einigen Ländern dazu auch Einschränkungen
vorhanden sind: in Italien gilt die Vorschrift nur auf Autobahnen und
Schnellstrassen; in Finnland und Ungarn generell nur auf Straßen, die
außerorts sind. Apropos: Schon Ihr eigenes Fahrzeug
zum (meist kostenlosen) Lichttest gehabt oder die Beleuchtungsanlage auf
volle Funktionsfähigkeit überprüft? Falls nicht, dann ist es jetzt aber
allerhöchste Eisenbahn!
Außer gut gesehen zu werden ist es natürlich mindestens genauso wichtig,
selbst eine möglichst gute Sicht zu haben! Spätestens jetzt sollten alle
Scheiben des Fahrzeugs auch mal von innen gründlichst gereinigt werden!
Jetzt im Herbst lauern auch auf den Straßen selbst viele Gefahren, die für
schlechte Sicht und sehr rutschige Fahrbahnen sorgen können: häufigerer
Nebel, starke Winde (Stichwort: gefährliche Seitenwinde an Brücken,
Waldschneisen oder Bergkuppen!), Nieselregen, erste Straßenglätte, Laub,
Fallobst, Verschmutzungen durch Erntefahrzeuge und natürlich Wildwechsel!
Generell sollte man sich vor allem jetzt so verhalten, wie es schon den
LKW-Fahrern in der Fahrschule eingetrichtert worden ist: Vorausschauend und
vorsichtiger fahren. Also den jeweiligen Verhältnissen angepasst! Lieber mal
früher losfahren und entspannt ankommen…
Der Gesetzgeber schreibt übrigens definitiv vor, dass die Geschwindigkeit
der Sichtweite anzupassen ist! Das heißt: wenn nur noch etwa auf die
Sichtweite eines Straßenpfostens etwas zu erkennen ist (in aller Regel sind
das so um die 50 Meter), dann ist die erlaubte Höchstgeschwindigkeit nur
noch 50 km/h! Bei einer Sichtweite um die 100 Meter sollte man ein Tempo von
höchstens etwa 80 km/h beherzigen. Bedenken Sie dabei einfach Folgendes: je
konzentrierter und angepasster Sie fahren, desto mehr Zeit bleibt, auf eine
plötzliche Gefahrensituation rechtzeitig reagieren zu können!
Apropos Nebelschlussleuchte: Im Gegensatz zu den Nebelscheinwerfern dürfen
diese definitiv nur bei Sichtweiten unter 50 Metern (= Höchstgeschwindigkeit
von 50 km/h!) eingeschaltet werden! Und wenn sicher erkennbar ist, dass
jemand hinter Ihnen herfährt, seien Sie so fair und aufmerksam, dann diese
Leuchte wieder auszuschalten! Sie wissen sicher selbst, wie verdammt lästig
und blendend dieses Licht sein kann!
Persönlich am schärfsten und am
unvernünftigsten finde ich es übrigens, bei geringen Sichtweiten im Nebel
„volles Kanonenrohr“ mit allen zusätzlichen Nebelleuchten ins Ungewisse zu
brettern! Im Fall eines Falles sind Sie dann schneller tot als dass Sie sich
vorher noch erschrecken könnten… Und bodenloser Leichtsinn ist es,
solchen „Suicide-Jockeys“ auch noch selbst hinterher zu rasen! Es ist eine
trügerische Hoffnung, darauf zu bauen, dass man schon noch selbst
rechtzeitig reagieren, ausweichen oder anhalten kann!
Wenn Sie überraschend mit Wildwechsel konfrontiert werden sollten, versuchen
Sie besonnen zu reagieren und nicht gleich das Lenkrad herum zu reißen! In
Gegenden von Wildwechsel ist meist der nächste Baum näher, als einem lieb
ist. Entsprechende Schilder, die bei besonders kritischen
Streckenabschnitten davor warnen, sollte man sehr ernst nehmen und mit dem
Tempo heruntergehen! Einmal ist immer das erste Mal – und wenn’s blöd läuft,
sogar gleich das letzte Mal…
Wenn Sie also damit konfrontiert werden, dass sich der Herbst nicht von
seiner gerne so gerühmten „goldenen Seite“ zeigt, dann beherzigen Sie im
eigenen Interesse und auch dem anderer Verkehrsteilnehmer bitte meine
Ratschläge…

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