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Dran denken: LADUNGSSICHERUNG!
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Liebe Leser und Kollegen! Das Hauptthema der heutigen Kolumne ist zwar die Ladungssicherung, aber aus gegebenem Anlass möchte ich auch noch kurz ein anderes – lebenswichtiges! – Thema aufgreifen: Den SICHERHEITSABSTAND! Vergangenen Freitag war ich in Oberitalien, um mich bei einer Spedition vorzustellen. Auf dem Rückweg geriet ich auf der Brennerautobahn in Höhe Laimburg in eine Vollsperrung. Als diese eine Stunde später aufgehoben wurde, war der Grund dafür zu sehen: ein LKW war kurz vor der dortigen Raststätte auf einen anderen aufgefahren – und von dem Fahrerhaus schien nicht mehr viel übrig zu sein. Dieser Unfall berührte mich deshalb ganz besonders, weil der betroffene LKW aus einer italienischen Spedition stammte, für die ich vor einigen Jahren schon selbst mal 16 Monate tätig gewesen war und die Möglichkeit bestand, dass der verunfallte Fahrer mir möglicherweise bekannt sein könnte! Im Radio und später im Internet habe ich mitbekommen, dass der Fahrer eingeklemmt worden war und den Unfall schwerverletzt überlebt hat. Sie wissen alle, wie leichtfertig und viel zu nahe oft hinter dem Vordermann bei sogar Tempo 90 gefahren wird! Und wie schnell es dann zu spät sein kann, dass man noch rechtzeitig bremsen kann! Die hohen Strafen für Nichteinhaltung des Sicherheitsabstandes kommen nicht von ungefähr… Also bitte beherzigen Sie – im eigenen
Interesse – bitte diese Vorschrift des Mindestabstands von 50 Metern bei
einer Geschwindigkeit von über 50 km/h!!! Und ich weiß sehr gut aus eigener Anschauung und Erfahrung seit 1985, als ich mit dem Beruf anfing, dass erst in neuerer Zeit Sicherungsmittel (auch Ladehilfsmittel genannt – damit gemeint sind Spannlatten, Zurrgurte, Zurrketten, Zurrdrahtseile, Teleskopstangen, Antirutschmatten, Holz in Form von Brettern oder Balken, etc.) in einem gewissen Umfang Einzug gehalten haben bei der Grundausstattung von LKWs. OHNE Sicherungsmittel geht es auch wirklich nicht mehr. Denn seit einigen Jahren sind viele Kontrollbeamte selbst speziell im Hinblick auf die Überprüfung von angewendeter - oder eben leider auch nicht eingesetzter - Ladungssicherung geschult worden. Und der Blick auf die Ladefläche ist heute keine Seltenheit mehr – schneller als einem lieb ist, kann dabei nicht nur eine Geldstrafe herausspringen, sondern für diese Art Nachlässigkeit gibt es zwischenzeitlich sogar Punkte in Flensburg. Nach Schätzwerten aus den Jahren 2001 und 2002 liegt die Zahl von Transporten mit ungesicherter oder schlecht gesicherter Ladung aber immer noch zwischen 50 % bis zu sogar 70 %! Die Versicherungswirtschaft muss inzwischen für Unfallschäden, die auf diesen Sachverhalt zurückzuführen sind, jährlich rund 430 Millionen DM (Bereich der Kfz-Versicherer) und weitere geschätzte 100 Millionen DM (Bereich der Transportversicherer) zahlen. Da hier schon seit Jahren eine
bedenkliche Entwicklung stattfindet, fordert der GDV (Gesamtverband der
Deutschen Versicherungswirtschaft) eine europaweite Pflichtausbildung für
all diejenigen, die mit Ladungssicherung zu tun haben (also nicht nur die
Fahrer, sondern beispielsweise auch das Verladepersonal!). Die Idee dahinter ist, dass somit künftig offiziell dokumentiert und nachgewiesen werden kann, in welchem Umfang und welcher Art von jemandem eine entsprechende Ausbildung absolviert worden ist. Da es sich aber um eine Richtlinie und
nicht um ein Gesetz handelt, liegt soweit also nur eine generelle Empfehlung
vor, dass dieser in den Medien gerne „Führerschein zur Ladungssicherung“
genannter Kurs von allen Betroffenen wahrgenommen wird. Zu so einem Wochenendkurs geschickte Fahrer müssen meiner Meinung nach ja auch noch damit rechnen, dass sie die im Firmeninteresse aufgewendete Zeit noch nicht einmal bezahlt bekommen. Mir liegen hier selbst entsprechende Erkenntnisse vor, als ich vor Jahren mal auf Anordnung meiner damaligen Firma zwei ganze Samstage bei der Gefahrgut-Schulung verbringen musste – jedoch ohne, dass mir diese Arbeitszeit bezahlt wurde! Fernfahrer haben ohnehin kaum Freizeit
und nach einer über 60 Stunden-Woche auch noch den Großteil des Wochenendes
für die eigene Spedition aufzuwenden (noch dazu ohne finanzielle
Entschädigung), das halte ich schon zu Recht für eine erhebliche Zumutung. Weitere interessante Infos finden sich
unter
www.ladung-sichern.de. Sie werden wohl spätestens dann
darüber, vielleicht endgültig und zu spät belehrt und bekehrt, wenn sie bei
einer unerwarteten Vollbremsung so auf die Schnelle mal „Besuch“ von ihrer
sehr schweren und ungesicherten Ladung von der Ladefläche in ihrem
Führerhaus erhalten… (Vielleicht ihr letzter Spruch dann: „…da bin ich jetzt
aber platt…“) |
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