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Handy im Straßenverkehr

 

 
KOLUMNEN-ÜBERSICHT
 
01. Seit langem Gesetz – aber kaum ein Fernfahrer hat einen: DER ARBEITSVERTRAG
02. „Elefanten-Rennen“
03. Zu lange am LKW-Steuer: Keine Bagatelle!
04. „Blender“
05. „LKW-Fahrerinnen“
06. HERBST
07. Mangelware für LKWs: Parkplätze!
08. Dran denken: LADUNGSSICHERUNG!
09. Miese Tricks der Branche: der „Urlaubsschein“
10. Unerträgliche Sensationslust im Straßenverkehr: „Gaffer“
11. Fernfahrers Fluch: Termindruck
12. Handy im Straßenverkehr
13. Vorsicht Arbeitsamt?!
14. Thema Scheinselbstständigkeit im Fuhrgewerbe
15. Gedanken über Streiks und Blockade
16. Verpflegung unterwegs: Imbiss & Co.
17. Gedanken über „Just in Time“
18. Auweia! Lieferung an einen Großmarkt…
19. Leider Alltag: Missbrauch elektronischer Schilderbrücken
20. Falsche Sparsamkeit in der Verkehrspolitik: mehr „Rumpelstreifen“ statt den wesentlich wichtigeren Parkplätzen (Wie Politiker Ursache und Wirkung verdrehen!)
 
>>> mehr Infos für LKW-Fahrer
 
Seltsam: Stellenangebote und Bewerbung
Kleiner Leitfaden: Bewerbung, Vorstellungsgespräch & Arbeitsanfang...
Spesen für Kraftfahrer in Deutschland & Europa
Gewerkschaft - Was Sie darüber wissen sollten! Der "Müllerman" berichtet von seinen eigenen Erfahrungen...
AUSKÜNFTE & INFOS FÜR AUSLANDSTÄTIGE & AUSWANDERER
 
Fahrverbote in Deutschland, Österreich und dem restlichen Europa
Ferienfahrverbot im Sommer (Hinweise zur Ausweichstreckenkarte des BGL)
Gesundheitsvorsorgewerk Spedition und Logistik
Hilfe für Fernfahrer
Fernfahrer und unsere "Spaß-Gesellschaft"
LKW-Maut bezahlt letztlich JEDER mit... - oder: die Regierung auf Dummenfang
Links für Fahrer & Interessierte
Pinwand (rund um den Fahrerjob und Trucks)
"SPIELREGELN" FÜR DEN LKW-FAHRER
Straßenkarten
TIPPS VON FAHRERN FÜR FAHRER
Korruption & Bestechung
Schutz vor Fahrerhauseinbruch: Tipps
INTERESSANT: "BIRGITS REPORT EINER FERNFAHRER-EHE"
FAHRER-STELLENBÖRSE (für Fahrer und Arbeitgeber kostenlos!)
 
zur seiteneigenen Suchmaschine
 
>>> Werbe-Links
 
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Arbeitsvertrag (Minijob)
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Arbeitszeugnis
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Aufhebungsvertrag
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Liebe Leser und Kollegen!

Handys sind eigentlich eine großartige Sache, aber nicht ohne "Wenn und Aber"! Heute erfahren Sie von mir zu diesem Thema informative und kritische Anmerkungen:

Autotelefone und Handys haben erst im größeren Stil zu Mitte der 90er Jahre in die LKWs Einzug gehalten. Rein an Handys sollen inzwischen allein in Deutschland über 50 Millionen an den Mann und die Frau gebracht worden sein.

Für die LKW-Fahrer brachte ein eingebautes Telefon den großen Vorteil, dass die lästige Suche nach einer Telefonzelle mit halbwegs vernünftiger Parkmöglichkeit entfiel. Ganz schlimm war das vorher insbesondere, wenn man nur die vage Order hatte, in eine bestimmte Richtung zwecks Rückladung zu fahren, aber in kurzen Abständen immer wieder anrufen sollte. In der heutigen Zeit würde man sich da noch wesentlich schwerer tun, da die Telekom einerseits sehr viele Telefonzellen wegrationalisiert und andererseits die früher durch ihre gelbe Farbe sehr auffälligen Telefonzellen gegen zwar aufgestylte und "moderne", aber leider eben unauffällige ausgetauscht hat. Von der Problematik in den 90er Jahren ganz zu schweigen, dass man nie genau wusste, ob man auf ein herkömmliches Münz- oder ein fortschrittliches Kartentelefon antreffen würde. Sie wissen sicher wie das meistens dann ist: entweder mangelt es am nötigen Kleingeld oder an der Telefonkarte!

In manchen Speditionen ist man mit dem Telefon im LKW allerdings das "ärmste Schwein". Denn so mancher Disponent bildet sich ein, dass er "alle Nasen lang" anrufen muss und darf, um sich zu erkundigen, wie weit der Fahrer schon ist. Selbst nachts soll so mancher Fahrer nicht seine Ruhe haben, wenn er sich von einem verdammt langen und harten Arbeitstag erholen möchte, weil der Firma noch irgendetwas eingefallen ist. Da hilft aber wirklich gnadenlos nur Eines: das Telefon abschalten – und durchaus auch wenn man seine Stunde Fahrzeitunterbrechung tagsüber für ein erholsames Nickerchen nutzen möchte.

Niemand muss ständig erreichbar sein - aber da viele üble Spediteure ihre Fahrer ja ohnehin nur als potentielle Leibeigene ansehen, respektiert man hier noch nicht mal das bisschen freie Zeit, das den Fahrern verbleibt. Meine Devise war dann immer, der Firma ganz deutlich ihre Grenzen aufzuzeigen. Ein wenig Eigeninitiative ist hier schon vonnöten, wenn man sich nicht unterbuttern und vollständig ausnützen lassen will.

Auch bei Pannen hat sich ein Bordtelefon grundsätzlich bewährt. Voraussetzung, dass die Hilfe dann aber auch tatsächlich schnellstmöglich anrücken kann, ist natürlich eine klare Ahnung des Fahrers davon, auf welchem genauen Streckenabschnitt er sich befindet. Gerade bei Autobahnfahrten sollte man immer im Hinterkopf haben, zwischen welchen Anschlussstellen man gerade unterwegs ist. Nur zu wissen, bei welchem Streckenkilometer man eben steht, ist nicht ganz so hilfreich, weil selbst auf den besten normal verfügbaren Straßenkarten dies nicht vermerkt ist. Anders ist dies natürlich bei Benutzung einer Notrufsäule - da ist der genaue Standort angeschrieben.

Wie das mit einer so neuen Errungenschaft, wie eben einem Bordtelefon, so ist, hat es manchmal nicht lange gedauert und wegen geführter Telefonate der Fahrer brachen die schlimmsten Streitigkeiten aus. Dabei handelte es sich vorwiegend um die privat geführten Gespräche. Diese LKW-Telefone waren anfangs für die Speditionen natürlich auch noch Neuland - ganz besonders auch, welche Kosten mit der Nutzung verbunden waren. So fehlte es in der Anfangszeit natürlich an klaren Vorgaben für die Fahrer.

In meiner Spedition "9", wo etwa ab 1994 oder 1995 in alle LKWs Telefone eingebaut wurden, nutzten über 90 % der Kollegen gleich mal das neue "Spielzeug" zum teils übertriebenen privaten Telefonieren. Spitzenreiter war einer, der unter anderem gleich mal seine Verwandtschaft in New York über diese neueste Errungenschaft im Lastwagen unterrichten musste. So brachte er die ersten Wochen gleich mal eine Rechnung von weit über 1.000 DM zustande! In der Firma fiel man aus allen Wolken, als die erste Abrechnung ankam. Und prompt hagelte es für die erwähnten über 90 % der Fahrer Abmahnungen. Nur zwei der Kollegen und ich bekamen keine, da wir kein einziges Privatgespräch geführt hatten. Die anderen hatten wohl teilweise gedacht, dass ihnen für Privatgespräche keine Kosten entstehen würden oder nicht die hohen Kosten in Betracht gezogen. Die Abmahnungen wurden zwar kurz darauf wieder zurückgenommen - aber von da an herrschte striktes privates Telefonierverbot. Um auf Nummer sicher zu gehen, wurden die Telefone außerdem so gesperrt, dass nur noch eingespeicherte Nummern der Firma angewählt werden konnten. Und von Firmenseite hatte man selbstverständlich auch keine Lust - beim Aufwand einer Durchsicht von über 30 Einzelabrechnungen auch verständlich - jede Rechnung im Hinblick auf angewählte Verbindungen privater Natur der Fahrer hin zu überprüfen.

Es gibt durchaus aber auch Speditionen, die ihren Fahrern ein gewisses Kontingent an privaten Gesprächen (z.B. in Höhe von 15 Euro) zubilligen. Dieses Zugeständnis war bis vor kurzem aber eigentlich einer Versteuerung als geldwerter Vorteil unterworfen. Seit Anfang des Jahres 2001 gilt hier aber eine neue Regelung, nach der private Gespräche vom Arbeitgeber-Handy steuerfrei sind.

Sollten allerdings vom Chef diese ganz klar untersagt sein, geht der Fahrer ein hohes Risiko hinsichtlich Abmahnung und sogar Kündigung ein, wenn er das missachtet. Denn im Arbeitsrecht hat sich hier weiterhin nichts geändert.

So angenehm dies auch mit den Handys sein mag - im Straßenverkehr zeigt sich schon seit einiger Zeit, dass es viele mit dieser Suchtelei gewaltig übertreiben! Seltsamer Fahrstil ver- rät einem meist schon von weitem, dass der Fahrer sich angeregt via Handy unterhält. Auf der Autobahn wird plötzlich auf der rechten Spur übertrieben langsam gefahren oder die Lenkbewegungen sind auffällig - von der sonst auch recht schlechten Reaktion mal ganz zu schweigen! Da die Unfallzahlen wegen Handybenutzung zuletzt wohl mit steigender Tendenz waren, wurde zum 1.4.2001 das Telefonieren im Fahrzeug mit dem Handy in der Hand während der Fahrt verboten. Ist das Handy dagegen fixiert und eine Freisprechanlage vorhanden, ist es weiterhin erlaubt beim Fahren zu telefonieren. Wer sich nicht daran hält, ist in Deutschland mit ca. 30 Euro Verwarnungsgeld dabei. Deutschland war übrigens eines der letzten Länder in Europa, das diese Regelung eingeführt hat. In den meisten Ländern wurde das schon früher in den Bußgeldkatalog aufgenommen. Der Strafrahmen im Ausland bewegt sich dabei zwischen (ab) 21 Euro (Österreich) bis 138 Euro (Niederlande) – noch ohne Handyverbote sind Großbritannien, Finnland, Irland und Schweden (Stand April 2002). Erheblich teuere Strafen drohen aber fast überall, wenn man als Handy-Telefonierer in einen Unfall verwickelt sein sollte!

Die ca. 30 Euro Strafe in Deutschland sind aber nach meinen Beobachtungen für viele noch nicht Abschreckung genug - denn nach wie vor sind genügend unterwegs, die ganz ungeniert ihr Handy ans Ohr halten und sich angeregt unterhalten. Vielleicht sollte man von Seiten des Gesetzgebers mal noch über eine Erhöhung des Verwarnungsgeldes nachdenken.

Mit dem, was ich schon so unterwegs mit anderen Verkehrsteilnehmern hinsichtlich deren elenden Telefoniersucht erleben musste, bin ich auch ein klarer Befürworter des Handyverbotes am Steuer! Die Teilnahme am Straßenverkehr fordert ohnehin schon genügend Aufmerksamkeit - und die ist wirklich massiv beeinträchtigt, wenn ein Handy ins (gefährliche) Spiel kommt!

Übrigens: Nach einer Untersuchung sind telefonierende Fahrer sogar um glatte 30% (!) reaktionsschwächer als Promille-Piloten (also unter Alkoholeinfluss stehende Fahrer)! Woraus man ja fast den Schluss ziehen kann, dass man sich vor Leuten mit Handy am Steuer mehr als vor Besoffenen in Acht nehmen muss! Erschreckend!

Noch was zum Schmunzeln zum Schluss: Ein "Kollege" hat in Italien herausgefunden, warum die Toiletten dort oft so versifft sind. In einer Toilette sah er einen Italiener beim Pinkeln. Plötzlich klingelte dessen Handy und er nahm es mit der freien Hand. Der Anruf schien nicht sehr erfreulich, denn er fing gleich wild zu gestikulieren und toben an - dementsprechend wanderte der "Strahl" an der Wand entlang - nur nicht ins Pinkelbecken...

Ich hoffe, Sie als meine Leser sind vernünftig im Umgang mit dem Handy beim Autofahren! Kommen Sie immer sicher an Ihrem Ziel an!

WICHTIG: Lesen Sie auch den Beitrag, was mit dem Bußgeld-Katalog ab April 2004 in dieser Richtung auf die Fahrer zukommt!

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