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Liebe Leser und Kollegen!
Das ist ein Thema, das immer wieder eine Rolle spielt und wo gutgläubige und
sehr leistungswillige Fahrer letztendlich ein um das andere Mal über den
Tisch gezogen werden
Nach meinen eigenen Beobachtungen gab es erste Tendenzen dazu wenigstens
schon Ende der 80er Jahre im Fuhrgewerbe.
Ein damaliger Bekannter aus meiner „Spedition 1“ schwärmte mir zu diesem
Zeitpunkt davon vor, dass er jetzt ein „selbstständiger Fahrer“ werden würde
– um sich und seine Arbeitskraft gewissermaßen optimal zu vermarkten.
Nicht lange darauf wurde mir so eine (Schein-)„Selbständigkeit“ ungewollt
bei meiner österreichisch-luxemburgischen „Spedition 7“ aufs Auge gedrückt.
Das dabei offerierte „Gehalt“, das natürlich auch gleich die Spesen
beinhalten sollte, wäre schon als reiner Bruttolohn für einen fest
angestellten Fahrer eine Frechheit gewesen zu dieser Zeit. Soweit
erinnerlich, handelte es sich um etwa 3.400 DM. Und davon sollte ich mich ja
eigentlich auch noch versichern, Steuern abführen, etc…!
Klar, dass meines Bleibens dort nur wenige Wochen in Betracht kamen!
In den 90er Jahren sollte ich dann noch häufiger davon hören, dass
Fuhrunternehmer zunehmend danach trachteten, „selbständige“ Fahrer zu
rekrutieren.
Zu ihrem persönlichen Pech kristallisierte sich diese miese und nichts
anderes als ausbeuterische Masche noch relativ früh- und rechtzeitig für die
Behörden als höchst bedenkliches „Arbeitsmodell“ heraus. Mit der sehr
vernünftigen Folge, dass höchst offiziell ein Gesetz gegen
Scheinselbständigkeit verabschiedet wurde. Darin ist genau festgelegt, nach
welchen (strengen) Kriterien ein Fahrer erst wirklich als selbständig und
eben als wirklicher „Unternehmer“ gilt.
Die von solchen dubiosen und skrupellosen Fuhrunternehmern offerierten
Konditionen ließen für die Fahrer nämlich überhaupt keine wirklichen freien
und unternehmerischen Entscheidungen zu. Sklavenhafte Abhängigkeit und
Ausbeutung war da eher die Regel – und das zu mehr als lächerlichen
Entlohnungssätzen.
Selbst in jüngster Zeit tauchten hier wieder Meldungen auf, dass mit
zwischenzeitlich eben geschickt kaschierten „Selbstständigkeits“-Offerten
für Fahrer gleich in zweifacher Hinsicht Betrug getrieben wurde:
Einerseits mussten
tatsächlich solche Fahrer trotz größten Fleißes und immens vieler zurück
gelegter Kilometer sogar wirklich noch Geld aus eigener Tasche drauflegen,
um die Betriebskosten des überlassenen (meist geleasten) LKWs zu decken (und
zwar nicht zu knapp!).
Andererseits wurden die
Behörden, da es sich ja tatsächlich doch um (illegale)
Scheinselbstständigkeit handelte, in nennenswerter und beachtlicher Höhe um
Steuern und Sozialabgaben geprellt.
In den Blickpunkt der Öffentlichkeit und der Medien geriet hier zuletzt ein
großes Fuhrunternehmen aus dem Salzburger Raum.
Das wäre schon so ein schöner und finanziell ergiebiger Traum für eine
gewisse Sorte von Arbeitgebern aus dem Fuhrgewerbe gewesen: alle Risiken auf
arglose und idealistische Arbeitnehmer abzuwälzen und damit eigene, sonst
übliche Verpflichtungen zu umgehen und im ganz großen Umfang Sozialabgaben
und Steuern zu sparen. Nach der Devise: maximaler Profit bei minimalstem
eigenen Risiko und Kapitaleinsatz.
Jedoch: Satz mit X – war wohl nix…
Aber Fahrer aufgepasst: Trotz eindeutiger gesetzlicher Regelungen sind immer
noch einige skrupellose Fuhrunternehmer auf offensichtlichem Dummenfang! Mit
schönmalerischen, aber doch nur verlogenen Annoncen wird es immer wieder
versucht! Die angebotenen angeblichen Selbstständigkeits-Modelle sind halt
besser getarnt und in schönerer Verpackung – aber wer sich darauf ein- und
blenden lässt, wird wahrhaftig einen hohen Preis dafür zahlen müssen…
Also besser Hände weg von solchen in Wahrheit zweifelhaften Angeboten!
So – und das war´s wieder für heute! Das Frühjahr rückt in greifbare Nähe
und ich bitte Sie zu berücksichtigen, dass bei nächtlichem Frost
möglicherweise noch mit glatten und gefährlichen Straßenverhältnissen zu
rechnen ist! Also bitte besonders vorsichtig fahren…

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