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Auf den ersten Blick erscheint das ja tatsächlich als
eher undenkbar und sogar unglaublich! Und doch entspricht es immer wieder
den Tatsachen!
Und das kommt so:
Dubiose und skrupellose Fuhrunternehmer, die durch ihre (meist häufigen)
Inserate nicht mehr – oder nur unter großen Schwierigkeiten – an
Fahrpersonal kommen, schalten dann ganz einfach das Arbeitsamt ein. Um ihre
Lücken dann eben auf diesem Wege sicher schließen zu können…
Zum Hintergrund:
Ich selbst habe nie beobachtet, wie das in anderen Branchen so läuft – wobei
jedoch zu vermuten ist, dass es sich hier wohl ähnlich verhält, wie ich das
im Folgenden schildere.
Im Fuhrgewerbe jedenfalls ist es ganz klar so, dass es ein sicheres Indiz
für zweifelhafte und üble Arbeitsbedingungen ist, wenn so ein
Fuhrunternehmen recht häufig Zeitungsinserate schaltet zur
Fahrpersonalsuche.
Und warum?
Weil es die Fahrer aus recht guten Gründen dort nicht lange aushalten:
Arbeitsbedingungen, die nicht im Mindesten mit den gesetzlichen Vorschriften
im Einklang stehen; sklavenhalterische Behandlung des Fahrpersonals; miese
und/oder unregelmäßige Bezahlung! Oder weil man die Fahrer recht schnell
wieder hinauswirft, sollten sie sich als zu gesetzes- und
sozialvorschriftentreu erweisen!
Der unwahrscheinliche Fall – und die tatsächlich ganz große Ausnahme ist es,
dass eine Firma mehr Fahrer sucht, weil sie wegen außergewöhnlicher und
längerfristiger hervorragender Auftragslage ihren Fuhrpark vergrößern
möchte. Und deswegen mehr Fahrer benötigt.
Davon träumen aber die meisten Fuhrunternehmer seit langen Jahren…
Und in der Realität sieht es dann eben so aus – wenn man anderweitig
erfolglosen „Dummen- und Opferfang“ betreibt, weil man bei dem in Frage
kommenden örtlichen Fahrerkreis so ein Fuhrunternehmen aus recht
offensichtlichen Gründen seinen „Ruf“ weg hat – dass man sich dann an die
Vermittlung des Arbeitsamts hält!
Und das aus der sicheren Gewissheit heraus, dass man dann ganz sicher auf
diesem Wege einen Fahrer „an den Wickel“ bekommt…
Denn die Arbeitsämter machen sich bisher kaum die Mühe, vorher selbst einmal
die Unternehmen, an die sie selbst vermitteln, unter die Lupe zu nehmen! Und
das wäre aber unbedingt erforderlich! Also gewissermaßen auch ein
„Qualitäts-Check“…
Ein allererstes Indiz für eine überfällige Firmenüberprüfung könnte ja etwa
sein, wenn sich ein Fuhrunternehmen auffällig häufig meldet, dass es wieder
Fahrpersonal sucht.
Es sind ja häufig ebenso dieselben Fuhrunternehmen, die recht wenig
Federlesens machen, einen missliebigen und unbequemen Fahrer unter
fragwürdigen und verlogenen Gründen meist fristlos zu kündigen – z.B. wenn
dieser auf Einhaltung gesetzlicher Vorschriften bei der Durchführung seiner
Fahrtätigkeit pocht.
Und so ein aufrechter und gewissenhafter Fahrer hat dann selbst beim
Arbeitsamt so seine lieben Probleme, einen Anspruch auf Arbeitslosengeld zu
erwirken, weil man beim Arbeitsamt fast grundsätzlich eher den Darstellungen
eines Arbeitgebers glaubt. Aber das ist schon reichlich blauäugig und
ungerecht! Schon bei den „alten Römern“ hieß es: „audiatur et altera pars“
(= „auch die andere Seite möge gehört werden“). Jedoch das Arbeitsamt
scheint hier vorwiegend nur auf die Arbeitgeberseite zu hören…
Was die vorherigen Schilderungen und Behauptungen angeht, so habe ich schon
selbst genau diese Erfahrungen machen „dürfen“, respektive müssen! Ich weiß
also genau, wovon ich da berichte!
Und ich kenne persönlich auch nur einen einzigen Fall, dass man von Seiten
des Arbeitsamtes an einen bestimmten Augsburger Fuhrunternehmer (Anmerkung:
Dieser Laden existiert nicht mehr – ein seltsamer Bankrott fand dort vor
etlichen Jahren statt / aber der dubiose Chef hatte wohl seine Schäfchen
sicher im Trockenen…) niemanden mehr vermittelte – weil man irgendwann mal
erstaunlicherweise zur Erkenntnis gekommen war, dass es sich hier um einen
skrupellosen Fuhrunternehmer handelte!
So ergibt sich im Allgemeinen also folgender, skandalöser Sachverhalt:
Ein arbeitslos gemeldeter Fahrer ist dann so einem üblen Fuhrunternehmer,
der sich beim Arbeitsamt gemeldet hat, voll ausgeliefert! Denn der hat ja
unter den vorgeschlagenen Fahrern gewissermaßen die freie Auswahl!!!
Wohl wissend und schlau berechnend, dass in der heutigen Zeit es für
Arbeitslose sehr schwer geworden ist, einen vorgeschlagenen Arbeitgeber
abzulehnen und damit eine 3-monatige Sperre für das Arbeitslosengeld zu
riskieren…
Tja – und ganz genau so leistet das Arbeitsamt oft Vorschub und Begünstigung
für die weitere Existenz solcher skrupellosen Fuhrunternehmer!
Es ist daher definitiv zu fordern, dass insbesondere sich meldende
Fuhrunternehmer und Spediteure im Vorfeld durch das Arbeitsamt abgecheckt
werden!
In Ansätzen scheint es neuerdings sogar vereinzelt Bemühungen in dieser
Richtung zu geben – aber da ist mir wiederum auch nur ein einziger Fall
bekannt geworden. Worum es hier näher ging, können Sie zum Schluss des
Artikels
„Stellenangebote und Bewerbungen“ nachlesen. Da machte sich ein
Sachbearbeiter des Arbeitsamtes auf, die Firma, die er mir und anderen
arbeitslosen Fahrern bereits verbindlich vorgeschlagen hatte, mal selbst
unter die Lupe zu nehmen. Was ihm da noch nicht selbst negativ aufgefallen
war (und das war schon einiges unter anderem in Sachen „Handhabung von
Alkohol“ dort!), das erzählte ich ihm dann selbst. Denn ich hatte auch eine
Aufforderung erhalten, ihm persönlich über mein Vorstellungsgespräch zu
berichten…
Bisher macht man es sich da viel zu einfach! Nämlich nach der Devise:
„Hauptsache – ein Arbeitsloser weniger!“ Tatsächlich ist das aber mit dieser
Ausgangslage eine mehr als kurzsichtige Sichtweise: Es ist nämlich keinem
wirklich gedient, wenn zu befürchten ist, dass ein eben „untergebrachter“
Arbeitsloser nach relativ kurzer Zeit schon wieder aus den ganz oben
genannten Gründen wieder auf der Straße stehen wird! Windigen Chefs ist es
so ziemlich egal, wie lange sie ihr Personal halten – wichtig ist denen nur,
dass sie immer wieder „menschliches Material“ (so menschenverachtend sehen
die nämlich meist ihre Arbeiter!) nachbekommen. Möglichst für wenig Lohn
natürlich…
Aber: wer sieht auch das menschliche Schicksal, dass
sich hinter jedem Arbeitslosen verbirgt?! Dass es hier um Existenzen –
häufig auch mehrere in Form von Familien – geht!!!
Von ordentlichen und rechtlich einwandfreien Arbeitsverhältnissen
profitieren alle in unserer Gesellschaft – und da kann es nicht angehen,
dass es sich „Vater Staat“ hier in Form seiner Arbeitsämter zu einfach macht
und skrupellose Firmen wie eben geschildert begünstigt! Reformen in dieser
Hinsicht scheinen mir mehr als überfällig…
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