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Im August 1986 befand ich mich mit meiner schwer bepackten Honda Gold Wing
auf dem Rückweg von Malta. Ein Kumpel von mir saß auf dem Sozius. Auf der
Bergautobahn von Firenze Richtung Bologna und dann weiter bis Modena hatten
wir mit einem unbeladenen italienischem Scania-Sattelzug ein Erlebnis der
ganz besonderen und sehr seltenen Art.
Wir kamen also auf der Autobahn hinter Firenze auf die sehr kurven- und
tunnelreiche Auto- bahn in Fahrtrichtung Bologna. Es herrschte nicht allzu
viel Verkehr und da mein Motorrad hübsch überladen war, konnte ich die
vielen Kurven und Tunnel nicht schneller als so etwa 100 bis 120 km/h
befahren.
Wir staunten nicht schlecht, als wir plötzlich von einem Sattelzug überholt
wurden!
Der Bursche fuhr wie der Teufel höchstpersönlich. Da schien es noch einiges
zum Staunen und vor allem Lachen zu geben, wenn wir ihm nachfuhren. Und das
taten wir auch und wurden für die folgende, sehr kurzweilige, Stunde
tatsächlich alles andere als enttäuscht. Solche Fahraktionen eines LKW gab
es sonst nur in Hollywood-Spielfilmen zu bestaunen und wir durften live
dabei sein.
Zwischen Firenze und Bologna schaffte es kein Pkw, uns, den LKW und mich, zu
überholen. Vielmehr machte dies der schier Amok fahrende LKW selbst bei
allen Fahrzeugen, an die wir herankamen – und wir nach ihm. Da wurden
Kurven, auch in den Tunnels, geschnitten, was das Zeug hielt - der Auflieger
hatte desöfteren eine schon fast bedenkliche Neigung dabei! Aber das war dem
Fahrer egal: er hatte es eilig und holte aus der Maschine, was ging.
Natürlich überholten wir bei diesem Tempo, das ich auf dem sehr schweren
Motorrad gerade noch mithalten konnte vom Fahrwerk her, zahllose Wagen und
Lastwagen.
Ein wildes Fahrmanöver des Lastwagens jagte das nächste. Abwechselnd
Sprachlosigkeit und Lachstürme unsererseits folgten darauf. Was wir sahen,
hätten wir nie für möglich gehalten!
Wir fragten uns schon, mit welchem Tempo er auf der geraden Strecke zwischen
Bologna und Modena rasen würde. Antwort: so mit 130 bis 140 km/h!
Bekanntermaßen ist die Autostrada dort dreispurig. Einige Pkws vom Typ
"notorische Überholspurfahrer" verweilten auf der mittleren Spur bei
moderatem Tempo. Was machte unser "Camionista" (= italienische Bezeichnung
für Lastwagenfahrer)? Er ließ seine Hörner glühen und zog dann eiskalt
rechts an den Kandidaten vorbei! Da kannte er aber gar nichts!
Kurz vor Modena überholten wir ihn und mussten schon wieder staunen: der
Fahrer streckte beide Beine zum linken Fenster raus und lümmelte
solchermaßen lässig in seinem Sitz!!! Entweder hatte er einen Tempomat oder
das bei Scania im Führerhaus vorhandene einstell- bare Standgas auf Vollgas
eingestellt - und so leichtsinnig fegte er über die Autobahn!
Man konnte es einfach nicht glauben. Auch in Italien hätte das seinerzeit
seinen Führer- schein kosten können - verbunden mit einer astronomischen
Geldstrafe.
So schnelle LKWs wie diesen habe ich anfangs der 90er Jahre nur noch in
Großbritannien erlebt - auch diese "Kollegen" gingen hier ein erhebliches
Risiko ein!
Aktuelle Auswahl an kurzen
Geschichten:
An einem Tag fast 4-mal über den
Brenner
Italienischer
Fahrstil
Abends an der
Schweizer Grenze
Pause - eine Frage
der Auslegung
Ein krimineller
Tankzugfahrer
Lesen Sie bitte auch meine 20 Kolumnen "Müllerman´s
kritischer Blick auf das Fernfahren"
mit folgenden aktuellen Themen:
01.
Seit langem Gesetz –
aber kaum ein Fernfahrer hat einen: DER ARBEITSVERTRAG
02.
„Elefanten-Rennen“
03.
Zu lange am LKW-Steuer:
Keine Bagatelle!
04.
„Blender“
05.
„LKW-Fahrerinnen“
06.
HERBST
07.
Mangelware für LKWs:
Parkplätze!
08.
Dran denken:
LADUNGSSICHERUNG!
09.
Miese Tricks der
Branche: der „Urlaubsschein“
10.
Unerträgliche Sensationslust
im Straßenverkehr: „Gaffer“
11.
Fernfahrers Fluch:
Termindruck
12.
Handy im Straßenverkehr
13.
Vorsicht Arbeitsamt?!
14.
Thema
Scheinselbstständigkeit im Fuhrgewerbe
15.
Gedanken über Streiks und
Blockade
16.
Verpflegung unterwegs: Imbiss
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17.
Gedanken über „Just in
Time“
18.
Auweia! Lieferung an einen
Großmarkt…
19.
Leider Alltag:
Missbrauch elektronischer Schilderbrücken
20.
Falsche Sparsamkeit in
der Verkehrspolitik: mehr „Rumpelstreifen“ statt den wesentlich
wichtigeren Parkplätzen (Wie Politiker Ursache und Wirkung verdrehen!)
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