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Zuschrift eines Besuchers dieses
Portals: Ein von ihm entdeckter Forumeintrag im "Schwarzen Brett" bei Trucker.de Liest sich wie ein Leitfaden in der Art von: "Wie werde / wurde ich ein skrupelloser Fuhrunternehmer" >>> Wichtige Pflichtlektüre für Behörden und Arbeitsagenturen!!! |
Es ist wirklich immer wieder staunenswert, was mich für Zuschriften erreichen, in denen von wahrlich haarsträubenden Fundstücken aus anderen Quellen oder auch eigenen Erlebnissen zu lesen ist! Hier nun geht es um einen Forumeintrag bei Trucker.de, der sich zwar letztendlich als so genanntes "Fake" (getürktes Machwerk) herausstellt hat - also nicht wirklich von einem Fuhrunternehmer, sondern einem Fahrer geschrieben wurde, der aber offensichtlich ein Insider und Kenner der Materie ist (und, als er sich in einem späteren Eintrag outete, den Kollegen mitteilte, dass er ihnen mal einen Spiegel vorhalten wollte!) - aber eben nur zu deutlich aufzeigt, was hier und da in dieser Branche tatsächlich Realität war und auch immer noch ist! Auch wenn das alles nicht gehäuft nur bei einem Fuhrunternehmer, der ggf. zur Skrupellosigkeit neigen sollte, auftreten wird, so ist doch erschreckend, dass alle Schilderungen generell gesehen absolut real sind. Der "Müllerman" kann aus eigener 17-jähriger Fahrtätigkeit bestätigen, dass der ein oder andere Sachverhalt wirklich möglich ist und von mancher Firma tatsächlich praktiziert wird... Der wahre Verfasser dieser nachfolgenden Zeilen ist soweit nicht bekannt - für seinen Eintrag hat er sich bezeichnet als "Profit ist alles, der Rest ist nichts" - versehen mit dem Titel "ich verdiene gut daran". Dieser aufschlussreiche Eintrag sollte zur Pflichtlektüre von Beamten, Behörden und vor allem Arbeitsagenturen gehören und ihnen gewaltig zu denken geben!!!
Eintrag vom 15. März 2005 im Forum von Trucker.de Verfasser: "Profit ist alles, der Rest ist nichts" Titel: "ich verdiene gut daran" Es geht zwar niemanden etwas an, aber ich will hier mal das System etwas verdeutlichen. Ich habe seit langen Jahren ein Transportunternehmen. Damit will ich Geld verdienen, viel Geld! Auch ich habe lange Zeit gute und zuverlässige Fahrer beschäftigt. Nach dem Mauerfall sah ich mich aber mit dem Preisdruck der verladenden Wirtschaft konfrontiert. Plötzlich drehte jeder an der Preisschraube. „Stellen Sie Fahrer aus Ostdeutschland ein, die sind billiger und der Verdienst bleibt gleich“. Also Personal durchtauschen . Als die ostdeutschen Fahrer mir dann zu schlau wurden, habe ich sie durch Spätaussiedler ersetzt. Mein Fuhrpark ist gross genug, so dass sich meine Versicherung bei Schäden nicht so pingelig anstellt. Auch andere Versicherer suchen Kunden. Lenk – und Ruhezeiten interessieren mich schon lange nicht mehr. Wenn ein Fahrer nun erwischt wird kann er sich zwar darauf berufen, das ich dieses von ihm verlangt habe, aber beweisen kann er es nicht. Er bekommt zuerst eine Abmahnung und den deutlichen Hinweis auf eine Verleumdungsklage. Dann ist Ruhe. Da er aber versucht hat, mich anzuschwärzen kann er das durch erhöhten Arbeitseinsatz wieder gut machen, oder er fliegt. Am liebsten sind mir hochverschuldete Fahrer. Die habe ich dann von Anfang an im Boot. Maulen ist nicht. Raussschmiss und Sperre vom Arbeitsamt, dafür sorgt schon mein Anwalt. Ausserdem haben meine Fahrer wasserdichte Arbeitsverträge. Diese Verträge sind genauestens auf Urteile des Bundesarbeitsgerichtes und des Bundessozialgerichtes abgestimmt. Und wenn ich dann mal einen neuen Lkw kaufe bin ich doch immer wieder gerührt, wie sehr die Fahrer das schleimen anfangen. Dann haben sie mich auf einmal alle lieb. Also bekommt der dümmste und unfähigste Fahrer das neue Auto und dann hassen sie sich untereinander, das keine Zeit zum Nachdenken bleibt. Auch ich beschäftige Subunternehmer. Aber nur die, welche nicht rechnen können. Die füttere ich mit guten Touren an und lasse sie anschliessend an der langen Hand verhungern. Wenn die Bank Druck macht fahren die schon. Oder blutige Anfänger, die sind so heiss auf´s Fahren, die fragen nicht mal nach dem Verdienst. Wenn die dann aufgewacht sind muss ich sie halt entlassen, war wohl nicht das Richtige. Ich muss nicht einmal Spesen bezahlen, die können die Fahrer sich über ihre Einkommensteuer wiederholen. Mache ich doch gerne für meine Fahrer, kostenpflichtig, versteht sich. Jetzt kommt Hartz IV. Nun kann ich auf einen Pool von Billigfahrern zurückgreifen, das schaffe ich nicht mal mit meinen osteuropäischen Briefkastenfirmen. Jetzt versorgt mich das Arbeitsamt mit humanem Verbrauchsmaterial. Ich muss nur noch einsacken. Sollte ein Bewerber mir nicht zu willen sein, Rückmeldung an´s Arbeitsamt. „ Der Bewerber war angetrunken, der Bewerber wollte nur eine Unterschrift, der Bewerber hat sich nicht vorgestellt“. Und dann kann er bei mir zu Kreuze kriechen. Über die Entlohnung müssen wir dann aber noch einmal reden. Besonders witzig ist die Sozialschiene, “ Chef, meine Frau ist krank, meine Kinder sind krank!“ Ich habe noch nie Frauen oder Kinder eingestellt. Entweder ich pflege Kranke oder ich fahre Lkw. Beides geht nicht. Also, Geld, Geld und nochmehr Geld. Die Fahrer haben durch ihr Verhalten den Grundstein doch erst gelegt. Ein Mensch ist ein Mensch, aber ein Euro ist ein Euro. Vielen Dank an die Regierungen Kohl und Schröder! Sollte mir leid tun, tut es aber nicht. Ihr seid so doof.
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