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Am 21.3. und 22.3.05 erhielt ich wieder zwei sehr
bemerkenswerte Gästebucheinträge - diesmal von einer engagierten Fernfahrerfrau aus
Norddeutschland, Regine Quentin. Sie bringt die momentane, zunehmend übler
werdende Situation der vielen LKW-Fahrer genau auf den Punkt und hat sich
entschlossen, dies im Rahmen eines "Offenen Briefes" an den
Bundesverkehrsminister, Dr. Manfred Stolpe - und auch an die Opposition -
zum Ausdruck zu bringen! Sie bittet überdies alle Kollegen, ebenfalls
ausführlich dies zu tun, um die Riesenanzahl der Betroffenen und das Ausmaß
der Misere entsprechend zu verdeutlichen und um endlich in der Sache ernster
genommen zu werden!
Lesen Sie hier ihre beiden Einträge:
Eintrag vom 21. März 2005 /
"Offener Brief"
Regine aus Schleswig-Holstein schrieb am 21.März 2005:
E-Mail: regine_quentin@web.de
Beruf: Fernfahrerfrau + kfm.Angestellte
Moin Moin, ich will mir das jetzt nicht mehr gefallen lassen. Wir müssen
doch endlich was unternehmen! Bitte helft alle mit! Deshalb stelle ich hier
mal einen Brief ein, der den Frust widerspiegelt.
Guten Tag Herr Stolpe!
Wie ich aus den Nachrichten vom 20. März 2005 aus einem Interview mit Ihnen
entnommen habe, reden Sie von Mautflüchtlingen und Mautprellern.... Mit
dieser Aussage stellen Sie Spediteure und Berufskraftfahrer auf das Niveau
von Straftätern!
Als einen Persönlichkeitsangriff auf alle Berufskraftfahrer empfinde ich,
dass Sie sich das Recht herausnehmen diese auch noch zu duzen. Ich fordere
Sie auf die entsprechende Form zu wahren. Das persönliche DU hat Ihnen
niemand angeboten!
Sie drohen mit der Mauteinführung auf Landstraßen und äußern soetwas wie
Drohungen, indem Sie sagen: Glaubt ja nicht, dass Ihr damit durchkommt, Euch
kriegen wir auch noch... Fangen wir doch mal mit der Maut für PKW´s an,
glauben Sie die Straßen sähen dann anders aus?
Seit Jahren wird Front gemacht gegen hart arbeitende Menschen, die dafür
sorgen, dass
- unsere Supermärkte mit allen erdenklichen Waren im Überfluß beliefert
werden
- wir nur noch sehr kurze Zeit oder gar nicht mehr auf Ersatzteile warten
müssen
- wir alle unseren "Luxus", entsprechend unseres Einkommens leben können
- etc.
Warum gießen Sie noch Öl ins Feuer, anstatt Aufklärung zu betreiben?
Ich frage mich allen ernstes, warum das Speditionsgewerbe so in den Dreck
getreten wird.
Haben Sie sich mal die Arbeitsbedingungen dieser Menschen
betrachtet? Wissen Sie überhaupt, was die Mauteinführung für diese Menschen
bedeutet? Da gibt es große Speditionen, die anfangen altbewährte Fahrer
rauszuekeln, um Billigfahrer für 1.300 bis 1.500 Euro einzustellen, wir
verlieren also noch mehr Arbeitsplätze in unserem Land.
Haben Sie eine Vorstellung davon, wieviel ein Kraftfahrer, der eine
wöchentliche Arbeitszeit von 50-70 oder 80 Stunden hat (ich spreche hier
nicht von fiktiven Zahlen, ich kann das auch belegen) , verdient? Hier in
Norddeutschland lagen Anfang 2004 die Anfangsgehälter noch bei ca ?
2.000,00, so liegen sie jetzt, ein Jahr später, nur noch bei ca. ? 1.700,00
und weniger. Mein Mann hat innerhalb von 3 Monaten jetzt das zweite Mal
seine Arbeit verloren, Begründung: Mauteinführung! Bei der nächsten Stelle
muß er mit dem Gehalt noch weiter runtergehen, um überhaupt eine Arbeit zu
bekommen (nicht das Problem der Bundesregierung, das Arbeitsamt hat ja
bereits seine Anweisungen...) ! Von diesem Geld kann keine Familie mehr
leben. Das macht kaputt und krank! (Macht ja nichts, die Gesundheitsreform
ist ja längst geregelt....)
Und was machen Sie? Sie stellen sich hin, reden
großspurig davon, dass die Maut nicht auf die Verbraucher umgelegt wird,
dass Sie dieses zu verhindern wüssten! Nein, die Umlage auf die Verbraucher
ist auch nicht mehr nötig; denn auch diese Zeche zahlt mal wieder der
Fahrer!!!
Die Kehrseite davon sind die Spediteure. Sie, Herr Stolpe, und Ihre Genossen
reden davon, dass die Spediteure mit der Nutzung der Landstraßen Geld sparen
wollen. Nur, von wollen ist hier nicht mehr die Rede, sie müssen Geld
sparen, wenn ein Betrieb einigermaßen erhalten werden soll! Es gibt auch
noch ein paar Spediteure, die etwas von Verantwortung gegenüber ihren
Mitarbeitern gehört haben und diese auch praktizieren. Aber kein klein- oder
mittelständisches Unternehmen kann gegen Ihre Politik anverdienen!
Angesichts der Tatsache, dass hier ein Berufszweig von der eigenen Regierung
systematisch zu Grunde gerichtet wird, hat es den Anschein, dass es NUR um
Stimmenfang für die nächsten Wahlen geht.... aber auch Berufskraftfahrer
sind mündigen Menschen und Wähler, auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen.
Der Güterverkehr ist ein erheblicher Wirtschaftszweig in unserem Lande,
wollen Sie auch diese Arbeitsplätze vernichten?
Herr Stolpe, werte Genossen von Rot/Grün, wir sind stolz auf unsere Männer
und Frauen da draußen, die Tag und Nacht, bei Wind und Wetter dafür sorgen,
dass wir kaufen können, was immer wir wollen, damit es uns gut geht.
Übernehmen Sie endlich Verantwortung, denn wir lassen uns nicht länger
gefallen, was Sie uns antun.
Gruß
R. Quentin
Eintrag vom 22. März 2005 /
Wichtige Erläuterungen
Regine aus Schleswig-Holstein schrieb am 21.März 2005:
E-Mail: regine_quentin@web.de
Beruf: Fernfahrerfrau + kfm.Angestellte
Wir müssen endlich etwas tun, wenn wir unsere Situation ändern wollen.
Jemand anders wird uns nicht helfen!
Ich habe meinen Brief an das Verkehrministerium und an die Opposition
gesendet. Und ich bin der Meinung, daß noch viele Briefe folgen müssen. Also
ran an die Tastatur, helft bitte alle mit.
Schreibt einfach auf, wir werden das Verkehrministerium mit Briefen
bombadieren. Und je mehr das Schule macht und je mehr mitmachen, desto mehr
bringt´s was.
Alles fängt mal klein an, aber wenn wir nicht selbst etwas tun, sind wir
bald ganz verloren.
Bitte bitte schreibt auf was Euch bedrückt. Aber achtet ein bisschen auf
die Form, wir wollen was bewirken und nicht beleidigen. Schlaft vielleicht
nochmal eine Nacht über Euren Brief und dann ab ans Verkehrsministerium.
UND an die Opposition, dann haben wir vielleicht eine Chance, daß wir an
die Öffentlichkeit kommen.
WIR BRAUCHEN ENDLICH EINE LOBBY...
http://www.bmvbw.de/.Kontakt-.365.htm
http://www.cdu.de
Ich hoffe auf rege Beteiligung
Nochmal liebe Grüße von
Regine
Jetzt kommen auch einmal die Fahrerfrauen zu Wort:

DAS
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