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1891 bis 1900
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1892 Rudolf DIESEL lässt sich den in Zusammenarbeit mit der Firma M.A.N. entwickelten und nach ihm benannten Motor patentieren. 1893 BENZ baut einen Vierradwagen mit dem Namen Viktoria, in dem erstmals seine patentierte Achsschenkellenkung Anwendung findet. DAIMLER und MAYBACH konstruieren einen LKW mit ihrem „Phönix“-Motor (2-Zylinder-Reihenmotor, der in einer Verbesserung auch einen Spritzdüsen-Vergaser aufweist). Dieser Motor stellt den ersten Reihenmotor der Welt dar und wurde von MAYBACH selbst entwickelt ab 1892. 1894 Der Franzose DE DION-BOUTON rüstet sein Dreiradmodell mit Luftreifen aus. Derselbe Mann stellt auch die ersten Überlegungen an, dass die Motorkraft mittels Kardanwelle auf die Hinterräder übertragen werden könnte. 1895 Im Dezember macht in Bordeaux die überhaupt erste Autowerkstätte auf, die schon für damalige Verhältnisse einen fast sagenhaften Service, nämlich inklusive Pannen- und Ersatzteilservice, zu bieten hatte. Die Gebrüder MICHELIN testen als erste Kraftwagen mit Luftbereifung. Peugeot rüstet als erster ein vierrädriges Fahrzeug mit Luftreifen aus. 1896 DAIMLER baut die ersten Lastkraftwagen. Diese frühen Modelle haben lediglich zwischen vier bis zehn PS und noch keinen Diesel-, sondern einen Otto-Motor! Bei einer Nutzlast von 1,2 bis 5 Tonnen wurde gerade mal eine Geschwindigkeit von bis etwa 12 km/h erreicht. Im Januar macht in Paris die erste Autovermietung auf – die Fahrzeuge wurden gleich mit Chauffeur vermietet. In Paris gibt es den ersten Autodiebstahl der Geschichte. Ein Mechaniker stiehlt den Peugeot eines Barons und wird schon bald verhaftet. 1897 Ein „Mors“ ist der erste Wagen mit einer Lichtmaschine – die liefert den benötigten Strom für die Zündanlage. 1898 Das Lenkrad wird erfunden – vorher gab es nur Lenkhebel. Wichtige Voraussetzung hierfür war die Erfindung der Achsschenkellenkung 1893 durch BENZ. Deutschlands erste Autozeitung erscheint: „Der Motorwagen“. Nach ersten Experimenten in den Jahren zuvor ab 1894 kommen die ersten Automobilreifen des belgischen Gummiwarenherstellers ENGLEBERT (später unter dem Namen Uniroyal bekannt) heraus - seinerzeit ist es übrigens die einzige Reifenfabrik in den Benelux-Ländern und europaweit mit eine der frühesten dieser Art. 1899 Im Herbst des Jahres wird das erste „moderne“ Transportunternehmen mit noch benzinbetriebenen LKWs gegründet. Und zwar von Felix Dubois – man glaubt es kaum – im Sudan! Er fing gleich mit 60 Fahrzeugen an und als Fahrer rekrutierte er chinesische Kulis. Sein Service umfasste eine Strecke von rund 400 km. Die im wahrsten Sinne des Wortes „wüsten“ Umstände der dortigen Landschaft bewirkten jedoch, dass binnen weniger Monate der viele Sand der noch anfälligen Technik der LKWs ein frühes Ende bereitete und den Mann in den Konkurs trieb. Die Gebrüder RENAULT bauen die ersten serienmäßigen Wagen mit einem Kardanantrieb. Standard allgemein ist bis dahin immer noch der Kettenantrieb! 14.4.1899 25 Automobilisten lassen sich bei der Königlichen Polizei-Direktion in München auf ihre Fahrkünste und auch ihre Automobile gründlich prüfen. Sie erhalten daraufhin „Fahrscheine“ – Vorläufer von Führerscheinen. Die Brüder Daniel und Herrmann BEISSBARTH erhalten am selben Tag für ihren Wartburg-Motorwagen das nachgewiesenermaßen erste Autonummernschild der Welt: eine schwarze „1“ auf gelbem Grund. Die beiden gründeten im selben Jahr in München die erste bayerische Automobilfabrik. 13.9.1899 Das erste öffentlich bekannt werdende Opfer eines Autounfalls ist der Amerikaner Henry M. Bliss. Er wird in New York von einem Auto angefahren und stirbt kurz darauf in einem Krankenhaus. Um 1900 Deutschland besteht seinerzeit noch aus 27 verschiedenen Ländern mit entsprechend unterschiedlichen, oft veralteten Verordnungen und Gesetzen hinsichtlich der Eindämmung von Schmutz-, Staub- und Lärmbelästigungen auf den öffentlichen Straßen – auf denen es damals in Sachen Verkehr recht wild zuging. Die örtlichen Geschwindigkeitsbegrenzungen waren noch für eine ganze Weile ausschließlich eine Frage des Augenmaßes und der Auslegung von Schupos (Schutzpolizisten) und Landgendarmen. Das föderale Deutschland sah sich seinerzeit noch nicht in der Lage eine reichseinheitliche Verordnung für Automobile einzuführen. Der Berliner Polizeipräsident drohte übrigens an, Straßen für den Kraftfahrzeugverkehr zu sperren, wenn die Autofahrer ihre Fahrgeschwindigkeit nicht mindern würden. Aber noch auf Jahre hinaus bekümmerte das die frühen Automobilisten recht wenig. Behördlicher Maßstab für die Höchstgeschwindigkeit war zu jener Zeit die Geschwindigkeit von Pferden und Fuhrwerken. Die Polizei fing an, so genannte „Autofallen“ einzurichten. Hierfür wurde in der Regel die Entfernung zwischen zwei Bäumen an der Straße abgeschritten und dann die dafür benötigte Zeit der vorbeifahrenden Wagen mit der Taschenuhr gemessen! Da die frühen Autobesitzer noch im wahrsten Sinn des Wortes eben (betuchte) und oft rücksichtslose Herrenfahrer waren, kam es nicht selten zu Willkürhandlungen und –bestrafungen durch die Obrigkeit. Überhaupt war die Öffentlichkeit seinerzeit alles Andere als automobilfreundlich eingestellt. Durch vorbeiknatternde Autos wurden Pferde und Fuhrwerke aufgeschreckt – und auf den damaligen Straßen wurden große Staubwolken aufgewirbelt. Auch seinerzeit gab es schon Leute, die mit Schildern im Bereich vor „Autofallen“ vor diesen warnten – was aber auch schon bestraft wurde. Fahrerflucht war überhaupt im frühen 20. Jahrhundert ein großes Thema: Automobilisten, die in Unfälle verwickelt wurden, mussten damit rechnen, von der aufgebrachten Menge tüchtig vermöbelt und ihr Fahrzeug noch zusätzlich ramponiert zu werden. Es wurde sogar darüber öffentlich nachgedacht, ob nicht Schusswaffengebrauch geeignet sei, Fahrerflüchtige zur Räson zu bringen. Steinwürfe gegen rücksichtlose Autofahrer schienen auch keine Seltenheit zu sein! 1900 In Dublin in Irland wird zum ersten Mal ein Fahrer wegen Trunkenheit am Steuer bestraft – und muss der Polizei 1 Pfund Strafe zahlen.
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